Wüstenblume Desert Flower Foundation

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© Walter Grösel

Der von Waris Dirie gegründete Verein kämpft gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Gegründet wurde Wüstenblume Desert Flower Foundation von Waris Dirie. Dirie stammt aus Somalia, floh vor einer Zwangsverheiratung nach Europa, wurde als Model entdeckt und spielte 1987 im James-Bond-Film "Der Hauch des Todes". Ihr Vorname Waris bedeutet Wüstenblume. Seit 2005 ist sie österreichische Staatsbürgerin.

Als sie in den 1990ern öffentlich über ihre Genitalverstümmelung berichtete, löste sie weltweites Medienecho aus. Von 1997 bis 2003 war Waris Dirie UN-Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien, 2002 gründete sie in Wien ihre eigene Organisation, die Wüstenblume Desert Flower Foundation. Ihr autobiographischer Roman "Wüstenblume" verkaufte sich weltweit über elf Millionen Mal und wurde verfilmt. Mittlerweile gibt es Organisationen der Desert Flower Foundation in elf Ländern.

Die Desert Flower Foundation hat sich dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung verschrieben. Begonnen hat es mit Safa, sie spielte im Film die fünfjährige Waris Dirie in der Genitalverstümmelungsszene. Ein Vertrag mit den Eltern garantiert die Unversehrtheit von Safa. Die Eltern erhalten im Gegenzug Nahrungsmittel, Kerosin und das Schulgeld für Safa.

Dass der Kampf gegen die Genitalverstümmelung ein zäher ist, zeigt ein Brief, den Safa an Waris Dirie schrieb: "Wenn ich mit meinen Brüdern auf der Straße Ball spiele, laufen die anderen Kinder weg. Sie schreien: 'Du bist unrein, du stinkst!'."

Mit Mädchenpatenschaften will die Desert Flower Foundation mithelfen, die weibliche Genitalverstümmelung auszurotten. Für 30 Euro im Monat verpflichten sich Mütter, ihre Töchter zu schützen und regelmäßig untersuchen zu lassen. "Selbst die Starrköpfigsten", glaubt Safas Vater, "werden lieber das Geld nehmen."

2013 eröffnete die Desert Flower Foundation in Berlin das "Desert Flower Center", das Opfern rekonstruktive Operationen nach FGM-Verstümmelungen bietet. Weitere solche medizinischen Zentren sind geplant.

Im Jahr 2017 wurden in Österreich, Deutschland und der Schweiz insgesamt 390.000 Euro für die Wüstenblume Desert Flower Foundation gespendet. In den vergangenen fünf Jahren konnten die Spendeneinnahmen mehr als verdreifacht werden, über andere Einnahmenquellen verfügt der Verein nicht.

Das Österreichische Spendengütesiegel durfte der Verein von 2012 bis 2017 führen - 2018 setzte man mit der Beantragung aus, "da das Spendenaufkommen aus Österreich nur 5% aller Spenden ausmacht" und die Spendenverwaltung deshalb an den 2004 gegründeten deutschen Schwesternverein übertragen wurde, wie Geschäftsführer Walter Lutschinger auf Nachfrage erklärte. Spenden an Wüstenblume Desert Flower Foundation sind von der Steuer absetzbar.
13.12.2018