Winternothilfe: Zivilcourage gefragt

Wenn die Tage immer kälter werden und Obdachlose auf der Straße frieren, ist schnelle Hilfe und speziell auch die Mithilfe der Bevölkerung gefragt. Wien bietet verschiedene Möglichkeiten.

Peroson sitzt zugedeckt auf beschneitem Gehweg.Peroson sitzt zugedeckt auf beschneitem Gehweg.Peroson sitzt zugedeckt auf beschneitem Gehweg.Peroson sitzt zugedeckt auf beschneitem Gehweg.[1572963511296869.jpg]
Schnee, Kälte, Nässe. Das Leben auf der Straße ist im Winter besonders hart. © Tedward Quinn / Unsplash
Vor allem in der kalten Jahreszeit sind obdachlose Menschen auf Österreichs Straßen besonders auf Hilfe angewiesen. Ein dicker Schlafsack, eine Übernachtungsmöglichkeit oder eine warme Mahlzeit kann im Winter überlebensnotwendig sein. Und jede/r MitbürgerIn kann helfen. Sei es durch die Mitarbeit bei Hilfsorganisationen oder das Verständigen von SozialarbeiterInnen, wenn eine hilsbedürftige Person im Freien entdeckt wird. Aktiv oder passiv – jede Hilfe ist möglich, jede Hilfe dringend notwendig.

Einige heimische NGOs bieten Notquartiere, die ihre Kapazitäten über die Wintermonate aufstocken. Obdachlose Menschen können in Wärmestuben Unterschlupf finden und der Kälte entfliehen. Die Notunterkünfte sind stets auf freiwillige Mitarbeit und auch Sachspenden angewiesen. In unserem Artikel "Zuflucht vor der klirrenden Kälte" sind einige der karitativen Organisationen aufgelistet, die Wohnungslose mit diesen Angeboten unterstützen.

Zusätzlich haben WienerInnen die Möglichkeit, ganz im Sinne der Zivilcourage digital oder auch telefonisch zu helfen - unbürokratisch, einfach und schnell:
Mann sitzt mit seinem handy auf einer Bank  vor winterlichem HintergrundMann sitzt mit seinem handy auf einer Bank  vor winterlichem HintergrundMann sitzt mit seinem handy auf einer Bank  vor winterlichem HintergrundMann sitzt mit seinem handy auf einer Bank  vor winterlichem Hintergrund[1572960645012127.jpg]
© Alex Moiseev / Unsplash

Kälte-App von Obdach Wien

Für viele Menschen ist die Überwindung bei einer Hilfsorganisation anzurufen zu groß – vor allem für das Melden von Notfällen. Seit diesem Jahr besteht deshalb die Möglichkeit, SozialarbeiterInnen mithilfe der KälteApp des Fonds Soziales Wien anonym zu kontaktieren. Via schriftlicher Nachricht oder Sprachmessage können so Obdachlose in Wien, die in den Wintermonaten Hilfe brauchen, gemeldet werden.

Bei der Benachrichtigung sind folgende Informationen ausschlaggebend:
 
  • Wer braucht Hilfe?
  • Wo wird die Hilfe benötigt?
  • Kontakt für Rückfragen (optional)
Frau tippt Telefonnummer in ihr Handy.Frau tippt Telefonnummer in ihr Handy.Frau tippt Telefonnummer in ihr Handy.Frau tippt Telefonnummer in ihr Handy.[1573122888688284.jpg]
© Priscilla du Preez / unsplash

Kältetelefon & Winternothilfe Caritas

Die Winternothilfe der Caritas erstreckt sich über mehrere Bereiche. Von Winternotquartieren, über das Verteilen von Schlafsäcken, die medizinische Versorgung mit dem Louise-Bus bis hin zum Kältetelefon. Das Ziel: "Wir wollen möglichst allen Menschen, die auf der Straße stehen, helfen", so Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Wien. Dafür ist die NGO auf freiwillige MitarbeiterInnen und vor allem auch Spenden angewiesen.

Zusätzlich wird an die Mithilfe aller Menschen in Bezug auf das Kältetelefon appelliert. Unter folgenden Nummern können StreetworkerInnen kontaktiert werden, um sie (anonym) über gefährdete betroffene Obdachlose zu informieren:

Wien: 01 480 45 53 (0-24 Uhr)
Eisenstadt: 0676 837 303 22 (8-22 Uhr)
Steiermark: 0676 880 15 111 (18-23 Uhr)
Kärnten: 0463 39 60 60 (18-6 Uhr) und Tagesstätte Eggerheim: 0463 555 60 37 (8-18 Uhr)
Salzburg: 0676 848 210 651 (0-24 Uhr)
Tirol: 0512 21 447 (0-24 Uhr)
Vorarlberg: 05522 200 1700 (8-12&13-16 Uhr) und Notschlafstelle Feldkirch: 05522 200 1200 (16.30-8 Uhr)
Eine wichtige Grundregel, die für beide Angebote gilt: Sowohl die KälteApp als auch das Kältetelefon sind keine Akuthilfe. Bei medizinischen Notfällen, daher lebensbedrohlichen Situationen oder Gesundheitsgefährdung, soll unbedingt die Rettung unter 144 kontaktiert werden.
AutorIn:
Monika Knasmillner
11.11.2019