Wiens mobiles Kinderhospiz MOMO

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© Walter Grösel

Benannt nach der berühmten Romanfigur aus Michael Endes "Momo", ist es das Ziel des mobilen Kinderhospizes, schwerstkranken Kindern und ihren Familien gemeinsame Zeit zu schenken.

Seit März 2013 füllt MOMO, Wiens mobiles Kinderhospiz, eine Lücke in der Versorgung und Begleitung von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen: Durch Hausbesuche ermöglicht das engagierte MOMO-Team den jungen PatientInnen, im Kreise der Familie ganzheitlich versorgt zu werden. Das Kinderhospiz kooperiert erfolgreich mit einigen Spitälern, da sich in machen Fällen stationäre Aufenthalte nicht gänzlich vermeiden lassen.

Neben der Hospizleiterin Martina Kronberger-Vollnhofer zählen derzeit vier weitere Fachärztinnen für Kinder- und Jugendheilkunde, eine Allgemein- und Palliativmedizinerin, eine Sozialarbeiterin, eine klinische und Gesundheitspsychologin, eine Physiotherapeutin und eine Seelsorgerin zum MOMO-Team, sowie Mitarbeiterinnen, die für Verwaltung, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind. 2017 sind 43 Ehrenamtliche für das Kinderhospiz aktiv, wovon die meisten eine Ausbildung zur/zum ehrenamtlichen HospizbegleiterIn absolviert haben. Die Einrichtung wird als gemeinnützige GmbH geführt.

Die Arbeit von MOMO beginnt oft schon nach der Diagnose und ist derzeit in fünf Tätigkeitsbereiche gegliedert:
 
  • Medizinische Versorgung
  • Physiotherapeutische Behandlung
  • Sozialarbeiterische Begleitung
  • Psychologische Betreuung
  • Hospizbegleitung

Manche Familien werden für ein paar Tage, andere für Monate oder gar Jahre begleitet. Falls PatientInnen eine mobile Pflegekraft benötigen, wird diese über Einrichtungen wie den Verein für Mobile Kinderkrankenpflege (MOKI-Wien) organisiert. MOMO begleitet aber nicht nur schwerstkranke Kinder und Jugendliche, auch die betroffenen Angehörigen werden in der schweren Zeit und darüber hinaus psychosozial betreut. Häufig würden Familienmitglieder mit dem Verlust unterschiedlich umgehen, ein richtiges oder falsches Trauern gäbe es nicht, heißt es dazu im aktuellen Jahresbericht.

Viele betroffene Familien wissen gar nicht über das bestehende Kinderhospiz- und Palliativangebot Bescheid. Die Therapie- und Betreuungsmöglichkeiten des mobilen Kinderhospizes können kostenlos in Anspruch genommen werden. Für die Angehörigen ist diese Form der Unterstützung in vielerlei Hinsicht eine Entlastung.

Interessensvertretung

Das mobile Kinderhospiz ist 2013 als gemeinsame Initiative von Caritas, Caritas Socialis und MOKI-Wien gegründet worden. Die Organisationen erkannten, dass der Bedarf an mobiler Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche in Wien größer war, als das bestehende Angebot.

Zwar ist das MOMO-Team froh darüber, mit ihren vorhandenen Mitteln bislang alle hilfesuchend Familien auch unterstützt haben zu können. Doch wird betont, dass man dies lediglich durch die großzügige Unterstützung der SpenderInnen bewerkstelligen konnte. Ein weiteres Ziel ist demnach die künftige (Teil-)Finanzierung aus öffentlichen Mitteln, welche bislang in nur zwei Bundesländern realisiert werden konnte.

Als MOMO-Leiterin und Kinderhospizbeauftragte des Dachverband Hospiz Österreich setzt sich Martina Kronberger-Vollnhofer stark für den österreichweiten Ausbau des Angebots ein.

MOMO in Zahlen

Im Jahr 2016 nahm das mobile Kinderhospiz über eine halbe Million Euro an Spendengeldern ein – die bisher höchste eingenomme Summe. 65 schwerstkranke Kinder und Jugendliche konnten Zuhause betreut werden, im Vorjahr waren 52. Die Sozialarbeiterin Irmgard Hajszan-Libiseller und die Psychologin Antonia Mittelbach haben in dieser Zeit 28 bzw. 24 Familien begleitet. Insgesamt wurden seit 2013 über 170 Familien vom multiprofessionellen MOMO-Team betreut.

Wiens mobiles Kinderhospiz MOMO verfügt nicht über das Österreichische Spendengütesiegel, eine Geldspende ist allerdings steuerlich absetzbar. Die Zahlen der Spendeneinnahmen-Infobox (siehe Kasten rechts) wurden uns von der Organisation zur Verfügung gestellt.
10.10.2017