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Sozialzentrum in Detva

Alles begann mit einer Kindertanzgruppe und etwas Eigeninitiative.
Detva ist eine Kleinstadt mit rund 15.000 Einwohnern in der Mittelslowakei. Ab 1955 gab ein dort angesiedeltes Maschinenwerk den Menschen Arbeit und der Stadt Wohlstand. Mit dem Ende des Kommunismus war es auch um den größten Arbeitgeber geschehen. Die Arbeitslosigkeit stieg enorm an.

In den 1990ern wurden die Roma in den leerstehenden Arbeiterwohnungen angesiedelt, ein Ghetto entstand. Die Roma sind nach den Ungarn die größte Minderheit in der Slowakei, offiziell sind es 2%, in Wahrheit dürften es wohl eher um die 10% seien. Bis heute sind die Roma massiver Diskriminierung bis hin zu körperlichen Übergriffen ausgesetzt. Oftmals reicht die Angabe der Wohnadresse, wenn sie denn im Ghetto liegt, aus, um Vorurteile auszulösen.

Den Roma in Detva erging es nicht besser als in anderen Teilen des Landes. Um ein wenig Spaß in den tristen Alltag zu bringen, wie den Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten zu können, gründete Marie Olahova - selbst Roma - 1987 die Kindertanzgruppe ROMKA. Zusätzlich sollte dadurch die Roma-Folklore einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Heute zählt die Tanzgruppe zu den bekanntesten das Landes.

Doch damit war es nicht getan, das Projekt wuchs immer weiter. Kindergarten, Nachhilfeunterricht, Freizeitaktivitäten und ähnliches folgten. Seit 2009 stellt die Stadt ein kleines Haus zur Verfügung, wodurch die Tätigkeiten ausgeweitet werden konnten. Der Verein SPOLU, der sich für die Chancengleichheit der Roma einsetzt, ist in die Arbeit miteingebunden. Welthaus ist langjähriger Projektpartner.

So gibt es mittlerweile eine Notschlafstelle, ein Mutter-Kind-Zentrum und einen Kindergarten. Ein wesentlicher Bestandteil des Sozialzentrums ist die Beratungsstelle. Diese Anlaufstelle für Roma und Nicht-Roma in Krisensituationen ist eine wesentliche Säule der Stadt im Sozialbereich.