"EU-Bürger willkommen"

Zwischen den Wiener Schnellbahnstationen Rennweg und St. Marx befindet sich eine Obdachlosenunterkunft der VinziWerke. Sie bietet Männern mit EU-Staatsbürgerschaft ganzjährig eine Nacht im Warmen und Trockenen.

Wer nicht österreichischer Staatsbürger, aber obdachlos ist, wird in vielen staatlich geförderten Notschlafstellen nur dann aufgenommen, wenn bis zum Ende der Einlasszeit nicht schon alle Betten vergeben sind. Nur während der Wintermonate sind die Regeln nicht gar so streng.

"EU-Bürger sind willkommen" steht auf einem Schild, welches auf der Tür des VinziPort am Rennweg hängt. Darüber ist groß die blaue EU-Flagge mit den zwölf gelben Sternen zu sehen. So sind es auch zwölf Monate im Jahr, in denen die Wiener Obdachlosenunterkunft der VinziWerke ihren Gästen ohne österreichischer Staatsbürgerschaft eine Nacht im Warmen und Trockenen ermöglicht.

Das VinziPort eröffnete 2010 auf der Linzer Straße im 14. Wiener Gemeindebezirk. Doch nach einem Brand im Jahr 2013 übersiedelte die Notschlafstelle, welche von der Vinzenzgemeinschaft Sankt Benedikt geführt wird, auf die andere Seite der Stadt.

In den heutigen Schlafräumen am Rennweg mit sechs bis zwölf Betten gibt es Platz für bis zu 55 volljährige Männer. Von 18 bis 22 Uhr betreuen zwei freiwillige MitarbeiterInnen den Empfang, während andere das Abendessen vorbereiten. Ebenso übernehmen Ehrenamtliche den Nachtdienst und die Frühstücksausgabe. Im VinziPort gibt es Sanitäranlagen sowie Aufenthaltsräume mit Fernsehern und Computern mit Internetzugang.

Um sieben Uhr morgens müssen die Gäste die Einrichtung wieder verlassen. Bei voller Belegung, und das ist fast immer der Fall, zählt das VinziPort 18.000 Nächtigungen wie auch Mahlzeiten im Jahr. Die Obdachlosenunterkunft ist stets auf der Suche nach freiwilligen MitarbeiterInnen und Sachspenden, insbesondere Hygieneprodukte.
11.12.2017