Chicos de la Calle

"Chicos de la Calle" - Straßenkinder, so die deutsche Übersetzung - ist der Name eines Projekts, dass bereits 1980 initiiert wurde.

Dieses Projekt wurde seitens der Salesianer Don Bosco vor über 30 Jahren in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, gestartet. Seitdem ist eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen auf der Straße das Ziel.

Im Laufe der Zeit wurde das Projekt immer mehr ausgeweitet, seit Jahren ist auch Jugend Eine Welt als Partner mit an Bord. Die Schwerpunkte liegen in der Berufs- wie Schulausbildung, der gesundheitlichen Versorgung und der sinnvollen Freizeitgestaltung. Zudem findet die Betreuung der Kinder nicht nur in den Jugendzentren, sondern auch direkt auf der Straße durch Streetworker statt.

In Quito selbst gibt es mittlerweile zwei Zentren in denen man sich vor allem der beruflichen Ausbildung widmet, um den Straßenkindern eine lebenswerte Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Weitere Projektstandorte sind übers ganze Land verstreut, unter anderem in Guayaquil, Esmeraldas, San Lorenzo, Santo Domingo, Cuenca und Machalla.

Ohne externe Gelder wäre dieses umfangreiche wie erfolgreiche Programm nicht zu finanzieren. Spenden ermöglichen die Zahlungen der Gehälter der Erzieher, Sozialarbeiter, Ärzte und Psychologen, garantieren die nötigsten Lebensmittel und Medikamente.

Ein Traumtor für eine bessere Zukunft

Das Leben auf der Straße ist hart, besonders für Kinder. Als Schuhputzer, Autowäscher oder Lastenträger verdienen sie ein paar Almosen. Gewalt und Missbrauch, nicht selten innerhalb der Familie, lassen die Kinder zu Drogen greifen, um Erlebtes, Hunger und Kälte zu vergessen.

Die Salesianer Don Bosco, der Projektpartner von Jugend Eine Welt, haben viele Programme, um Straßenkindern zu helfen. Dieses eine macht sich ihre Leidenschaft für Fußball zu Nutze. An derzeit vier Standorten (Cuenca, Ambato, Guayaquil und Santo Domingo) versucht das Projekt die Kinder mittels eines integrativen Ansatzes durch Sport-, Freizeit- und Bildungsangebote von der Straße zu holen. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich König Fußball.

Im Spanischen wird ein Traumtor als "golazo" bezeichnet. Das Wortspiel "GolA.S.O." - so der Projektname - steht für Gol (Tor), Amistad (Freundschaft), Solidaridad (So­li­da­rität) und Orga­ni­zacion (Organisation).

Zweimal in der Woche wird unter Anleitung trainiert, die Mannschaften tragen untereinander Turniere aus und spielen in der lokalen Meisterschaft mit. Die Kinder erfahren hier Werte wie Toleranz, Zusammenarbeit und Zielstrebigkeit, gewinnen Selbstvertrauen und neuen Lebensmut.

Die 18 Trainerinnen und Trainer sind nicht nur FußballlehrerInnen, sondern bieten den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen wie deren Familien sozialpädagogische Begleitung an. Die Gesamtkosten für das Projekt bis April 2017 belaufen sich auf 80.493 Euro. Damit werden die laufenden Kosten ebenso abgedeckt wie Gehälter und Materialkosten.
23.08.2016