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Innere Wärme gegen eisige Kälte

In der kalten Jahreszeit sind bedürftige Mitmenschen auf Sachspenden, warme Mahlzeiten und auch Mitgefühl angewiesen.
Obdachloser Mann sitzt mit Becher auf der Straße
Die Wintermonate sind für Menschen auf der Straße besonders hart. Unterstützung und Mitgefühl in der Bevölkerung sind gefragt. © unsplash / Jon Tyson
Die Temperaturen sinken von Tag zu Tag, die Nacht wird frostig kalt und die Sonne schickt immer weniger wärmende Strahlen auf uns herab. Eine dicke Jacke, wasserfeste Schuhe, eine Haube, ein Schal und Handschuhe gehören deswegen in der kalten Jahreszeit zur Grundausstattung, wenn das Haus verlassen wird. Warm eingepackt schützt uns die Winterkleidung nicht nur vor der Kälte, auch Erkrankungen wie etwa Verkühlungen werden damit abgewehrt. Neben der Bekleidung spielen zudem warme Mahlzeiten und eine sichere, beheizte Bleibe eine wichtige Rolle um gesund und gestärkt über die Wintermonate zu kommen. Regelmäßiges Aufwärmen durch Tee, Kaffee oder andere Heißgetränke, ein Speiseplan gefüllt mit Suppen und anderen Warmspeisen prägen die nächsten Monate, genauso wie Freizeitaktivitäten die Indoor stattfinden.

Doch was, wenn kein wärmendes Zuhause auf einen wartet? Wenn alle Habseligkeiten am eigenen Leib mitgetragen werden? Der Winter ein Überlebenskampf wird?

Ein Leben auf der Straße

"Im Jahr 2019 waren insgesamt 22.038 Personen in Österreich als obdach- oder wohnungslos registriert", berichtet das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz im Bericht "Kennzahlen zu Lebensbedingungen 2019". Festgehalten werden mit diesen Angaben Menschen, die mindestens einmal im Jahr 2019 eine Registrierung in einer Einrichtung für Obdach- und Wohnungslose oder eine Hauptwohnsitzbestätigung für Obdachlose im Zentralen Melderegister getätigt haben. Der Großteil der Betroffenen lebt in Wien. Doch die Anzahl an Betroffenen, so die Befürchtungen, wird durch die Corona-Krise wohl wachsen.

Unterschieden wird zwischen Obdach- und Wohnungslosigkeit. Während Obdachlose auf der Straße oder in Notschlafstellen übernachten müssen, verbringen wohnungslose Menschen ihre Zeit bei zum Beispiel Freunden, der Familie oder in Übergangswohnheimen. Zusätzlich werden die Rubriken "Ungesichertes Wohnen", demnach ein temporäres Mietverhältnis bei z.B. Bekannten und "Ungenügendes Wohnen", wie etwa ein Leben in notdürftigen Behausungen, von der Europäischen Typologie von Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung definiert. Die Klassifizierung erfolgt entsprechend der Wohnsituation betroffener Menschen.
Nicht nur Nässe, Kälte und Hunger gehen den Menschen auf der Straße unter die Haut, sondern vor allem auch Ablehnung und das Unverständnis vieler Mitmenschen. Obdachlosigkeit kostet Kraft und Obdachlosigkeit bedeutet Stress. Obdachlosigkeit macht krank und vor allem einsam. - Caritas
Obdachloser Mann spricht mit Passanten
SozialarbeiterInnen unterschiedlicher Hilfsorganisationen versuchen den Kontakt zu Obdachlosen aufzubauen, um ihr Vertrauen zu gewinnen. © unsplash / Zac Durant
Egal ob eine Frau mit Kind, ein älterer Herr oder ein junger Mann, Obdachlosigkeit hat viele Gesichter. Hinter jedem einzelnen steckt ein spezielles Schicksal, eine Geschichte. Aber eines haben die meisten Menschen die von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffen sind gemeinsam: sie befinden sich nicht freiwillig in dieser Situation. Menschen die keine eigenen vier Wände haben, empfinden oft große Scham und der Schritt Hilfe anzunehmen erweist sich als sehr schwer. "Es handelt sich um Obdachlose, die schlechte Erfahrungen mit Ämtern gemacht haben, die abschätzig behandelt oder ausgegrenzt werden oder sich einfach schämen. Schämen für ihre Situation, sich schämen Hilfe anzunehmen oder auch weil sie vielleicht psychisch krank sind", so die Caritas.
 

Diese Menschen brauchen Hilfe und vor allem Verständnis, Einfühlungsvermögen und Herzlichkeit. Neben SozialarbeiterInnen aus unterschiedlichen Einrichtungen sind viele Freiwillige tätig, um obdachlose Frauen, Männer und Jugendliche zu versorgen. Neben der Meldung über Hilfesuchende via Telefon & App und der ehrenamtlichen Mitarbeit in z.B. Suppenküchen, können Betroffene zudem mit Geld- und  Sachspenden unterstützt werden:
Kiste mit Beschriftung Spende
© pexels / cottonbro

Sachspenden

Warme Schuhe, Winterjacken sowie Hauben und Schals schützen obdachlose Menschen vor der eisigen Kälte. Auch waschbare Decken, Schlafsäcke und dicke Unterlegsmatten machen die Nächte auf der Straße erträglicher. Unter anderem folgende Vereine, Hilfsorganisationen und Initiativen nehmen Sachspenden für Armutsbetroffene entgegen, um sie zu verteilen:
 
Euromünzen liegen auf einem weißen Tisch
© unsplash / Roman Wimmers

Geldspende für Obdachlose

Mithilfe von Hilfsgeldern können die Angebote der Organisationen weitergeführt, als auch dringend benötigte Dinge angeschafft werden. Folgend eine Auswahl an Hilfsorganisationen in Österreich, die Betreuungsangebote für obdachlose Menschen oder Personen in Unterbringungsnot führen und die Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellen:
 

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