Tor zur Integration

In einem Tal im Nordosten Georgiens leben GeorgierInnen mit teils radikalen IslamistInnen auf engem Raum. Um etwas gegen die häufigen Spannungen zu unternehmen, hat der Samariterbund einen integrativen Fußballverein für Kinder gegründet.

Das Pankissi-Tal, eine bis zu drei Kilometer breite und 34 Kilometer lange Schlucht im Großen Kaukasus, ist die Heimat der Kisten. Die muslimische Volksgruppe gehört zwar zu den Tschetschenen, dennoch kommt es in der Region immer wieder zu Spannungen zwischen den Alteingesessenen und den tschetschenischen Flüchtlingen, die während der Tschetschenienkriege nach Georgien geflohen sind. GeorgerInnen sind ebenfalls im Pankissi-Tal beheimatet.

"Im Zuge der Tschetschenienkriege diente das Tal aber auch immer mehr als Rückzugsort für tschetschenische und ausländische Kämpfer, was weitreichende Folgen haben sollte, denn bis heute ist das Gebiet von islamischen Extremismus betroffen. Kinder und Jugendliche werden gezielt von radikalen Islamisten umworben, um sie dann für diverse Terrorgruppierungen zu rekrutieren", erklärt der Arbeiter-Samariter-Bund die schwierige Situation im Pankissi-Tal.

Wie dieses Projekt des ASBÖ zur Verbesserung der Lage beiträgt? Zusammen mit dem lokalen Partner Sakartvelos Samariteta Kavshiri hat die Hilfsorganisation einen Fußballverein ins Leben gerufen. Kinder und Jugendliche jeglicher Herkunft trainieren gemeinsam und lernen so, dass Solidarität einen höheren Stellenwert hat als Ethnizität oder Religion. Das Fußballspielen soll zur Inklusion beitragen und dadurch verhindern, dass sich manche später radikalisieren, weil sie keinen Anschluss an die Gesellschaft finden konnten.
08.08.2017