tagesschau.de startet "Karte der Hilfsbereitschaft"

Bei der ARD gibt es seit Anfang Oktober nun auch eine interaktive Karte, um Projekte und Initiativen mit Helfern zusammenzubringen. Bisher sind es schon über 600.

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Die Redaktion der deutschen Hauptabendnachrichten, der "Tagesschau", hat in der Flüchtlingsthematik einmal mehr Initiative ergriffen, und per Anfang Oktober eine interaktive Karte mit Informationen zu ehrenamtlichen Projekten auf ihrem Webauftritt veröffentlicht. Am Tag nach dem Start zieren bereits mehr als 600 Stecknadeln die "Karte der Hilfsbereitschaft". Weitere kommen ständig hinzu.

"Im Fernsehen können wir immer nur einzelne Projekte vorstellen, wir wollen aber möglichst ein Gesamtbild geben. Tagesschau.de gibt auf einer Deutschlandkarte Überblick wo und wie geholfen wird" erklärt Christian Nitsche, der zweite Chefredakteur der ARD-aktuell und ergänzt: "Deutschland steht sicherlich vor der größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung".

Der Aufruf der Moderatoren und Redakteure von ARD und NDR stößt auf viel Zustimmung, aber auch auf Ablehnung, vor allem in den sozialen Netzwerken.
Auch über differenzierte Kritik, in der beispielsweise darauf hingewiesen wird, dass ehrenamtliches Engagement Kernaufgaben des Staates nicht ersetzen kann, berichten die Verantwortlichen der Tagesschau.
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Videobotschafen der Ragesschau Redaktion (Screenshot) © tagesschau.de
Für die ARD ist diese Initiative auch ein Ausgleich zur Routineberichterstattung, um - angesichts der die Schlagzeilen dominierenden Brandanschläge auf Unterkünfte oder der heftigen Protesten gegen die "Willkommenskultur" - auch das andere Gesicht der Deutschen zu zeigen. Eines, über das "im tagesaktuellen Geschäft" sehr selten berichtet wird, so NDR Moderatorin Judith Rakers in einer Videobotschaft.

Die mit ihrem viel diskutieten Kommentar "Dagegen halten - Mund aufmachen" auch in Österreich bekannt gewordene Moderatorin Anja Pleschke möchte "der Mehrheit Deutschlands die Gelegenheit geben, sich gegen Rassismus zu wehren. So wie es viele Menschen in unzähligen ehrenamtlichen Projekten ja schon tun."

Die Redaktion von spendeninfo.at gratuliert der ARD Tagesschau zu ihrer gelugenen Initiative: Gerade weil Staaten und ihre Behörden nicht flexibel genug agieren können, sind private Initiativen und Projekte notwendiger denn je.
Im Gegensatz zu Deutschland, stehen wir in Österreich vor der größten Herausforderung seit dem Bestehen der zweiten Republik.
02.10.2015