Syrien: Angriffe auf Spitäler und Schulen

Bei mehreren Angriffen auf Krankenhäuser in Nordsyrien wurden bis zu 50 Zivilisten - darunter auch Kinder - getötet.

Selbst - oder gerade - Kriege kommen nicht ohne Regeln aus, jedoch werden diese immer öfter missachtet. Der bewusste Angriff von Angehörigen von Hilfsorganisationen, Verwundeten und Kranken als auch Zivilpersonen ist Völkerrechtswidrig, so definieren es die Genfer Konventionen. Immer öfter geraten diese Personengruppen dennoch unter Beschuss. Angriffe auf medizinische Einrichtungen, etwa jene der Ärzte ohne Grenzen (MSF), sind leider keine Seltenheit mehr.

40.000 ohne medizinische Versorgung


Bei einem Angriff auf ein von MSF unterstütztes Krankenhaus in der nordsyrischen Provinz Idlib kamen Montagfrüh zumindest sieben Menschen ums Leben, acht Mitarbeiter und eine noch ungenaue Anzahl an Patienten gelten noch als vermisst. Drei Personen konnten in der Zwischenzeit verletzt aber lebend geborgen werden:

Binnen weniger Minuten schlugen dabei vier Raketen in das 30-Betten-Spital in der Stadt Maarat al-Numan. Die Hilfsorganisation verurteilt den "gezielten Angriff auf eine Gesundheitseinrichtung". Mego Terzian, MSF-Präsident in Frankreich, behauptete gegenüber Reuters, dass entweder die syrische Regierung oder Russland für den Angriff verantwortlich sei.

Die rund 40.000 im Einzugsgebiet des Spitals lebenden Menschen seien nun von einer medizinischen Versorgung abgeschnitten. Von den rund 150 von der Organisation unterstützten Krankenhäusern in Syrien wurden allein seit Jahresbeginn fünf durch Angriffe beschädigt.

Ein Drittel der Spitäler bereits zerstört


An nur einem Tag seien bis zu 50 Zivilisten bei Raketenangriffen auf mindestens fünf medizinische Einrichtungen und zwei Schulen in den Gouvernements Aleppo und Idlib getötet worden, gab UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Montag bekannt. Ban kritisierte die Angriffe als "eklatante Verletzungen des internationalen Rechts" aufs Schärfste.

Von den angegriffenen Spitälern werden auch zwei von Unicef unterstützt. In einer Aussendung betonte Unicef-Direktor Anthony Lake, dass bereits "ein Drittel der Spitäler und ein Viertel der Schulen in Syrien nicht mehr funktionstüchtig sind". Allein sechs Kinder seien bei den Angriffen auf zwei Schulen in Azaz, Gouvernement Aleppo, ums Leben gekommen.

 
AutorIn:
Lisa Hummel
16.02.2016