Südsudan: Tote durch Kämpfe in UN-Schutzzone

Durch heftige Kämpfe im UN-Lager in Malakal wurden knapp 48.000 Flüchtinge vertrieben. 18 Menschen kamen ums Leben.

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UN-Lager, Malakal - 43.000 Menschen mussten aus dem Vertriebenenlager fliehen. © Ärzte ohne Grenzen (MSF)
Die Kämpfe in der von den Vereinten Nationen eingerichteten Schutzzone im südsudanesischen Malakal brachen am Abend des 17. Februars aus. Zahlreiche Personen wurden dabei verletzt, 18 Personen wurden getötet, darunter zwei Mitarbeiter der Ärzte ohne Grenzen (MSF).

Zehntausende Menschen mussten fliehen, 600 suchten im MSF Spital im Lager Schutz. Mindestens 25 Personen wurden laut der Hilfsorganisation wegen Schussverletzungen behandelt, acht Personen mussten operiert werden.

Nachdem sich die Anzahl der Schutzsuchenden im UN-Lager in Malakal im letzten Jahr mehr als verdoppelte, leben dort aktuell rund 48.000 Menschen. Programmkoordinator der Ärzte ohne Grenzen im Südsudan, Marcus Bachmann, zeigt sich bestürzt über die Kämpfe: "Dieser Angriff auf Zivilisten ist skandalös. Wir verlangen von den bewaffneten Gruppen, dass sie die Gewalt im Lager sofort beenden".
 
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UN-Lager, Malakal - 43.000 Menschen mussten aus dem Vertriebenenlager fliehen. © Ärzte ohne Grenzen (MSF)

Beteiligung der Regierung


Während die Vereinten Nationen bekanntgaben, die Kämpfe seien auf Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern des Camps zurückzuführen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP hingegen von einer möglichen Beteiligung der Regierung. Ein Bewohner der Schutzzone habe demnach behauptet, beobachtet zu haben, wie Truppen der Sudanesisches Volksbefreiungsarmee (Südsudanesische Streitkräfte) Zivilisten beschossen.

Weiters habe AFP Einsicht in ein internes UN-Dokument gehabt, in welchem ebenfalls von einer Beteiligung der Regierung an den Kämpfen gesprochen wird: "Truppen der Sudanesisches Volksbefreiungsarmee, rund 50 bis 100 Personen, betraten den (…) Sektor 1 und 2 in Malakal, attackierten wiederholt Zivilisten, schossen vereinzelt, setzten Zelte in Brand und plünderten Unterkünfte".

6,1 Mio. Menschen benötigen humanitäre Hilfe


Als Südsudans Präsident Salva Kiir seinen damaligen Vize-Präsident, Riek Machar, der Planung eines Staatsstreichs beschuldigte, liesen Auseinandersetzungen zwischen den ethnischen Gruppierungen der Dinka (Kiir) und Nuer (Machar) nicht lange auf sich warten. Im Dezember 2013 entfachte ein Bürgerkrieg.

Nach nun mehr als zwei Jahren des bewaffneten Konfliktes, hat der jüngste Staat der Erde rund 2,3 Millionen intern und extern Vertriebene zu verzeichnen, Zehntausende kamen bereits ums Leben. Schätzungen von Hilfsorganisationen zufolge, werden in diesem Jahr rund 6,1 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein.

24.02.2016