Südsudan: Die angekündigte Katastrophe

Schon seit dem Sommer warnen UNO und Hilfsorganisationen vor einer Hungerkatastrophe im Südsudan.

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Flüchtlinge im Südsudan © Robert Stansfield/Department for International Development
Erst 2011, nach einem fast 50-jährigen Bürgerkrieg, erlangte der christlich-animistische und ölreiche Südsudan die Unabhängigkeit vom islamisch-geprägten Norden.

Ende gut, alles gut? Nein. Es kam, wie so oft kommt. Kaum war der äußere Feind weg, brachen die inneren Gräben innerhalb der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee auf und im Dezember 2013 blutige Kämpfe aus.

Der Bürgerkrieg machte mehr als eine Million Südsudanesen zu Flüchtlingen, Hunderttausende flohen in Lager, andere in die Nachbarländer, auch in die selbst von Unruhen gebeutelte Zentralafrikanische Republik.

"Die Anführer des Südsudan haben zugelassen, dass ihre persönlichen Ambitionen die Zukunft einer gesamten Nation gefährden", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Jahrestag des Kriegsausbruchs am 15. Dezember 2014.

Weil die Felder nicht bestellt werden konnten, fiel die Erntezeit im Oktober nach der sommerlichen Regenzeit in vielen Regionen aus. Laut Prognosen werden in den ersten Monaten des Jahres 2015 2,5 Millionen Südsudanesen vom Hungertod bedroht sein.
 

Hilfsprojekte im Südsudan

CARE versorgt in den Regionen Unity, Upper Nil und Jonglei rund 150.000 Menschen mit Nahrung und Saatgut. Werdende und stillende Mütter sowie unterernährte Kinder stehen im Mittelpunkt der Hilfe (Details)

Der Entwicklungshilfeklub finanziert in einem Flüchtlingslager in der Nähe der südsudanesischen Hauptstadt Juba Wasserleitungen, Zapfstellen sowie Trink- und Aufbewahrungsgefäße. Sauberes Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen ist überlebenswichtig, auch um Krankheiten und Epidemien zu verhindern. (Details)

Auch UNICEF kümmert sich in den Flüchtlingslagern um die Wasserversorgung. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen führt zudem Impfaktionen gegen Masern und Cholera durch, verteilt therapeutische Nahrung und Mikronährstoffpulver, mobile Einsatzteams versorgen entlegene Dörfer und rüsten Familien mit Erdnusspaste aus. Schwer unternährte Kinder werden in Stabilisierungszentren und Ernährungsambulanzen behandelt. (Details)

Millionen sind von medizinischer Versorgung abgeschnitten. Amref startete im Juni 2014 ein neunmonatiges Soforthilfeprojekt, führt notfallmedizinische und chirurgische Behandlungen durch. (Details)

Jugend Eine Welt versorgt rund 2.000 Menschen in einem Flüchtlingslager in der Nähe der Hauptstadt Juba  - in Gumbo – mit Nahrungsmitteln. (Details)

 
16.12.2014