Brennpunkt Südsudan

Der jüngste Staat der Welt ist eines der Schwerpunktländer der Caritas Wien.

Von 1983 bis 2005 kämpfte der Südsudan um seine Unabhängigkeit, die er am 9. Juli 2011 erlangte. Der Frieden war kurz, im Dezember 2013 brachen innerhalb des Landes blutige Kämpfe aus. 3,5 Millionen SüdsudanesInnen wurden zu Flüchtlingen, flohen in die Nachbarstaaten oder sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Nicht nur Menschen litten unter der Gewalt, der jahrelange Bürgerkrieg verwandelte einst fruchtbare Böden in Brachland.

Die Projekte der Caritas im Südsudan konzentrieren sich auf die Bereiche Medizin und Bildung. Vor allem in den ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung noch sehr mangelhaft. Der Tod vieler Menschen wäre leicht vermeidbar. Zwei Gesundheitszentren sollen Abhilfe schaffen. Das Gesundheitspersonal erhält eine fundierte Ausbildung, Medikamente werden ausgegeben, Aufklärungskampagnen zu den Themen HIV/AIDS und Hygiene durchgeführt. Oftmals erleichtert fehlendes Wissen die Verbreitung von Infektionskrankheiten.

Im Bereich Bildung hat man zwei Ansätze. Einerseits wird eine Schule in Gumba, nahe der Hauptstadt, unterstützt. Hier leben über 1.700 Flüchtlinge. Für die Kinder dort wurde eine Schule errichtet. Sie gibt Normalität und Stabilität im Alltag nach der traumatischen Flucht. Bildung erhöht natürlich auch die Zukunftschancen der Kinder.

Andererseits fördert ein Projekt, in Kooperation mit dem Verein "Solidarität mit dem Südsudan", die Ausbildung von GrundschullehrerInnen im Land. Nach Angaben der UNICEF hat der Südsudan die zweitniedrigste Einschulungsrate weltweit und ist im Bereich der weiterführenden Bildung sogar Schlusslicht. LehrerInnen werden also dringend benötigt.
09.06.2017