Amref-Initiative: "Stop the Cut"

Mit der diesjährigen Kampagne "Stop the cut" stellt sich die größte medizinische Hilfsorganisation in Afrika dem Kampf zur Beendigung der traditionell durchgeführten weiblichen Genitalverstümmelung.

In zahlreichen afrikanischen Staaten ist die traditionelle weibliche Genitalverstümmelung (FGM) noch heute gängige Praxis. So sind laut einer Statistik der Unicef (2014) etwa über 80 Prozent der Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren in Somalia, Ägypten, Mali, dem Sudan, Eritrea, Guinea und Sierra Leone von FGM betroffen.
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Das Ziel der Amref-Kampagne © Amref Health Africa
Amref setzt sich im Jahr 2016 mit der Kampagne "Stop the cut" das Ziel, weiblicher Genitalverstümmelung in Afrika ein Ende zu setzen. Dafür werden beispielsweise DorfbewohnerInnen, Hebammen, traditionelle GeburtshelferInnen und LehrerInnen darin geschult, ihre OrtsbewohnerInnen über die oftmals tödlichen Auswirkungen der Genitalbeschneidung und -verstümmelung aufzuklären.

Durch Aufklärung konnten traditionelle Beschneidungszeremonien in zahlreichen Dörfern bereits durch alternative Initiationsriten ersetzt und viele junge Frauen so vor FGM bewahrt werden. Auch verhindert ein dadurch bedingtes Umdenken der Bevölkerung, dass Mädchen nach ihrer Beschneidung ihre Schulausbildung abbrechen und zur Heirat verpfllichtet werden.

In weiterer Folge eröffnet der Abschluss einer Schul- und Berufsausbildung den jungen Frauen nicht nur die Chance eines unabhängigen und selbstbestimmten Lebens. Durch die langfristige Verbesserung der regionalen Infrastruktur ermöglicht es auch die Eindämmung von Landflucht und Migrationsbewegungen.
19.07.2016