Muslimische Minderheit flieht aus Myanmar

Der Exodus der Rohingya

Seit der Unabhängigkeit Birmas (heute Myanmar) 1948 wurde die Volksgruppe der Rohingya, die im Bundesstaat Rakhaing an der Nordküste des Landes lebt, wiederholt Opfer brutaler und systematischer Militäroperationen. Seit Herbst 2016 gibt es eine neue, anhaltende Welle der Gewalt, viele flohen über die Grenze nach Bangladesch.

Teile der buddhistischen Mehrheitsbevölkerung unterstützt das Militär bei der Verfolgung der Rohingya, eine Hungerkrise ist nun die Folge. Dann, am 25. August 2017 greifen Rohingya-Aktivisten einen Polizei- und Militärposten an: Laut Human Rights Watch wurden seit Ende des Sommers 288 Dörfer zerstört, unter den Todesopfern sind hauptsächlich unbewaffnete ZivilistInnen. Seit August dürften 582.000 Menschen aus Rakhaing geflohen sein, was einem Exodus der Minderheit gleichkommt.

In mehreren provisorischen Flüchtlingslagern im angrenzenden bangladeschischen Bezirk Cox‘ Bazar versuchen Hilfsorganisationen insgesamt 795.000 Geflüchtete mit dem Notwendigsten zu versorgen. Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR nimmt an, dass eine Unterstützungssumme von insgesamt 370 Millionen Euro notwendig sein wird, um den Geflüchteten in ihrer größten Not zu helfen. Auch österreichische NGOs unterstützen die Katastrophenhilfe vor Ort. Mehr zum Thema unter spendeninfo.at/aktuell