Spenden gegen den Hunger

"Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an Hunger", warnt die Caritas und lässt am 27. Juli österreichweit die Kirchenglocken läuten. 150.000 Kinder sollen mithilfe der Spendenaktion vor dem Hunger bewahrt werden.

  • 815 Millionen Menschen – eine von neun Personen weltweit – gehen jeden Tag mit leerem Magen ins Bett.
  • 20 Millionen Menschen weltweit sind akut vom Hungertod bedroht.
  • Mangelernährung bedingt fast die Hälfte aller Todesfälle von Kindern unter drei Jahren (45%: 3,1 Millionen Kinder jährlich).
  • Ein Viertel aller Kinder weltweit ist unterentwickelt, in ärmeren Ländern gar bis zu ein Drittel.
  • Wenn Frauen als Bäuerinnen den gleichen Zugang zu Ressourcen hätten wie Männer, könnte die Zahl der weltweit Hungernden um bis zu 150 Millionen reduziert werden.
  • Hunger und Mangelernährung sind das größte Gesundheitsrisiko weltweit – größer als AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. (World Food Programme)

Hungerkrise im Südsudan

Der Südsudan ist eines der besonders betroffenen Länder, und das bereits seit mehreren Jahren. Fünf Jahre andauernder Krieg, Naturkatastrophen, Ernteausfälle – all das führte im jüngsten Staat der Welt zu einer schweren Hungerkatastrophe. Mehr als die Hälfte der Menschen ist akut von Hunger bedroht. Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen können keine Schule besuchen. Vier Millionen SüdsudanesInnen befinden sich im eigenen Land auf der Flucht.

Die Not sei mittlerweile so groß, dass Menschen Gräser und Blätter kochen würden, um irgendetwas im Magen zu haben, wie Jugend eine Welt berichtet. "Dabei kann ein Kinderleben im Südsudan so leicht gerettet werden", betont der Projektverantwortliche Salesianerbruder Jim Comino und verweist auf die Relevanz einer jeden noch so kleinen Spende. Als langjährige Projektpartner von Jugend eine Welt sind die Salesianer seit 16 Jahren im Südsudan aktiv und leiten aktuell u.a. ein Flüchtlingslager für 18.000 Menschen nahe der Hauptstadt Juba.

Neben akuter Nothilfe – durch medizinische Versorgung, Nahrungsmittel- und Wasserlieferungen – ist es wie so oft das Ziel vieler Hilfsorganisationen, möglichst nachhaltig Hilfe zu leisten. Auch im Kampf gegen den Hunger gilt es also, langfristige Unterstützung wie etwa durch Landwirtschafts- und Bildungsprojekte anzustreben.
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25/08/2011 Dollo Ado/Äthiopien. Somalische Flüchtlingskinder in Äthiopien. © UN Photo/Eskinder Debebe

Spendenaktionen: Hunger in Afrika

Jugend eine Welt startete einen Spendenaufruf für seine zahlreichen Hilfsprogramme im Südsudan. Lokale Projektpartner unterstützen 18.000 intern Vertriebene in einem Flüchtlingscamp, ermöglichen 6.000 Kindern in der angeschlossenen Schule Unterricht, versorgen mangelernährte Kinder und bieten landwirtschaftliche Trainings für 500 Frauen. Mehr ...

"Alle 10 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger", warnt auch die österreichische Caritas und bittet mit ihrer aktuellen Kampagne um Spenden gegen den Hunger. Hilfe leiste die Caritas dabei auf zwei Ebenen: durch Nothilfe und langfristige Hilfe. Durch eine Spende von 7 Euro könnte ein Kind für einen Monat ernährt werden, zusammen wolle man im Jahr 2018 150.000 Kinder in Afrika vor dem Hunger bewahren, 2017 waren es immerhin 100.000 Menschen. Mehr ...

Auch Unicef ist in den aktuell am schwersten betroffenen Gebieten wie der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan vor Ort, um Menschen vor dem Hungertod zu bewahren. In der DR Kongo seien es 400.000 Kinder unter fünf Jahren, die von akuter Mangelernährung betroffen sind –
im Südsudan gar 1,3 Millionen. Unicef bittet um Spenden, um seine umfassende Hilfe fortsetzen zu können. Mehr ...

Dem Kampf gegen den Hunger in Ostafrika hat sich auch World Vision mit seinem aktuellen Hilfsprogramm verschrieben. Mit einer Spende von 25 Euro könnte beispielsweise eine Person im schwerbetroffenen Südsudan, in Somalia, Äthiopien oder Kenia mit einem Nahrungsmittelpaket ausgestattet werden. Mehr ...

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) unterstützt aktuell Hilfsprogramme in Äthiopien, dem Jemen, Kenia, Somalia, dem Südsudan und Uganda. 40 Millionen Menschen seien alleine in diesen Projektländern akut von Hungersnot bedroht. Für die humanitäre Hilfe in den afrikanischen Krisengebieten sei das ÖRK in diesem Jahr auf Spendengelder in der Höhe von 277 Millionen Euro angewiesen. Mehr ...

Auch die Diakonie ist im Kampf gegen den Hunger aktiv. In den kommenden Monaten sollen so etwa ein Schulspeisungsprogramm im Südsudan für 15.000 Kinder ausgebaut werden, in Somalia wird die Wasserversorgung durch den Bau und die Sanierung von Brunnen verbessert. Mehr ...

In seinem Schwerpunktland Simbabwe hilft das Hilfswerk International bereits seit 19 Jahren. Da die Hungersnot auch hier allgegenwärtig ist, haben lokale Hilfswerk-Mitarbeiter einen Hunger-Notfallplan entworfen. Ein Teil davon ist die Verteilung von Nahrungsmittelpaketen bestehend aus stärkendem Mahewu (ein erfrischendes Joghurt-Getränk aus Mais), Reis und Erdnussbutter. Um sechs Schulkinder für ein ganzes Monat mit diesem Paket zu versorgen, werden 30 Euro benötigt. Mehr ...
AutorIn:
Lisa Hummel
23.07.2018