slw - Soziale Dienste der Kapuziner

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© Walter Grösel

Kümmert sich in Tirol um benachteiligte Kinder und um Menschen mit Behinderung.

slw steht für Seraphisches Liebeswerk, das 1889 gegründete Kinderhilfswerk des Kapuzinerordens. Seit 1908 ist das Seraphische Liebeswerk in Tirol aktiv, seit 2012 heißt es slw - Soziale Dienste der Kapuziner. Die Kapuziner sind einer der drei großen franziskanischen Bettelorden, die anderen beiden die Minoriten und die Franziskaner. In den Einrichtungen des slw leben derzeit rund 270 Menschen.

In die Schlagzeilen geriet slw in den letzten Jahren wegen Missbrauchsvorwürfen ehemaliger Zöglinge der "Bubenburg". Das Schloss Fügen im Zillertal ist seit 1926 Teil des slw, 1949 wurde das damalige "Knabenheim St. Josef" in "Bubenburg" umbenannt, seit 2012 heißt die sozialpädagogische Einrichtung mit angeschlossener Volks- und Hauptschule nun "slw Jugendhilfe", jetzt dürfen auch Mädchen die ehemalige Bubenburg besuchen.

Ehemalige Schüler, die zwischen 1950 und 1980 die "Bubenburg" besuchten, warfen dem Internat "Demütigungsrituale" und "systematische Gewaltübergriffe" vor.

"Es ist bestürzend, dass junge Menschen, die Unterstützung und Hilfe gebraucht hätten, in der Bubenburg in eine noch größere Not gebracht wurden", schrieb dazu Radoslaw Celewicz, damals Provinzial der Kapuziner in Österreich, im März 2010: "Als jetziger Verantwortlicher für die Kapuziner in Österreich möchte ich daher für jedes Unrecht, das von der Seite der Kapuziner kam, alle Betroffenen - so weit es menschlich möglich ist - um Verzeihung bitten."

slw geht mit den Vorwürfen sehr offen um. Im Jahresbericht 2012/2013 (siehe Downloads) heißt ein Kapitel "Was wir aus der Vergangenheit lernen wollen".

slw betreibt auch das Elisabethinum in Axams/Tirol, eine Einrichtung für junge Menschen mit Behinderungen. Zum Elisabethinum gehören ein Kindergarten, den besuchen derzeit 38 Kinder mit und ohne Behinderung, eine ganztägige Schule, ein Internat, ein Therapiezentrum und ein Lehrgang für junge Erwachsene, genannt "Arbeitstrainingslehrgang".

Das ursprüngliche Elisabethinum in der Elisabethstraße in Innsbruck - heute "slw Innsbruck" genannt - bewohnen erwachsene Menschen mit Behinderungen, ihnen wird vollbetreutes und teilbetreutes Wohnen angeboten.

Ein innovatives Projekt für Menschen mit Behinderung ist die "Inklusive Postpartnerschaft" in Innsbruck: In der Postfiliale in der Dreiheiligenstraße 3 arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen gleichberechtigt miteinander. Das gemeinsame Projekt von österreichischer Post und slw fand auch international Beachtung.

In Wien betreibt slw noch einen Kindergarten und eine Kleinkinderkrippe, die Sektion slw Vorarlberg und Liechtenstein unterstützt Familien in sozialen Notfällen.

Im Vereinsjahr 2015/16 wurden für slw 1,13 Millionen Euro gespendet, 282.000 Euro für Spendenwerbung ausgegeben. slw darf seit 2009 das Österreichische Spendengütesiegel tragen, Spenden an slw sind von der Steuer absetzbar.
22.06.2017