Selbsthilfegruppen in Malawi

(abgeschlossenes Projekt)

Der Schlüssel zur Überwindung der Armut liegt bei den Frauen, meint die Kindernothilfe.

Der afrikanische Binnenstaat Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Nur sieben Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu elektrischem Strom, jeder vierte Malawier ist unterernährt.

Der Schlüssel zur Überwindung der Armut liegt bei den Frauen, meint die Kindernothilfe. In Malawi unterstützt die Kindernothilfe seit Mai 2010 zwölf Organisationen bei der Arbeit mit dem Selbsthilfegruppen-Ansatz.

Die Selbsthilfegruppen verfolgen einen dreistufigen Plan: In der ersten Phase schließen sich die Ärmsten der Armen - überwiegend Frauen - in Gruppen zu jeweils 15 bis 20 Mitgliedern zusammen, die in wöchentlichen Treffen ihre wichtigsten Probleme analysieren und Lösungsstrategien erarbeiten.

Eine wichtige Rolle dabei spielt das regelmäßige gemeinsame Sparen und die Vergabe von kleinen Krediten, mit denen beispielsweise eine Ziegen- oder Taubenzucht oder andere Einkommen schaffenden Maßnahmen gestartet werden können. Die Gruppen werden von geschulten Freiwilligen aus der Gemeinde - oft jugendliche Mädchen - begleitet und unterstützt, denn für die meisten Frauen ist es das erste Mal, dass sie selbstständig wirtschaften und mit Geld umgehend müssen.

In der zweiten Phase organisieren die Frauen Alphabetisierungskurse für Erwachsene, kümmern sich um den Bau einer Brücke am Schulweg oder setzen sich bei den staatlichen Behörden für eine Impfung ihrer Kinder ein.

In der dritten und letzten Phase wird nach etwa drei Jahren eine Föderation gegründet, dieser große Zusammenschluss repräsentiert rund 100 Selbsthilfegruppen mit 1.500 bis 2.000 Mitgliedern und ihren Kindern. Die Föderation übernimmt Bildungs- und Lobbyarbeiten.

Alles, was die Frauen in den Selbsthilfegruppen lernen, wirkt sich unmittelbar positiv auf die Kinder aus, ist die Kindernothilfe überzeugt.
 
01.10.2014