Rote Hände gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Der Red Hand Day steht synonym für den Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Eine weltweite Kampagne macht jedes Jahr am 12. Februar auf das ernste Thema aufmerksam.

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Mit Abdrücken von roten Händen soll gegen den Einsatz von Kindersoldaten protestiert werden. © Paul Schäfer
Bilder von rot bemalten Händen, von Organisationen auf der ganzen Welt zusammengetragen, sammeln sich jedes Jahr wieder in sozialen Netzwerken und auf redhandday.org. Mit der von terre des hommes Deutschland ausgetragenen Kampagne wird darauf aufmerksam gemacht, wie viele Kindersoldaten weltweit im Einsatz sind. Mit der jährlichen Aktion soll für den Schutz von Kindern in Kriegsgebieten demonstriert werden.

Schätzungweise 250.000 Kinder sind laut terre des hommes und UNICEF in Kriegsgebieten im Einsatz. Während über die genaue Zahl nur spekuliert werden kann, führen die Vereinten Nationen eine "Liste der Schande". Darauf stehen aktuell 58 Länder, die Minderjährige in ihren Armeen und bewaffneten Gruppen kämpfen lassen. In 20 Ländern werden schwerste Menschenrechtsverletzungen verzeichnet, darunter die Rekrutierung von Kindersoldaten, aber auch die Tötung und Verstümmelung von Kindern oder Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser, erklärt UNICEF in einem Bericht.
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© spendeninfo.at / Hannah Hauptmann

Traurige Bilanz

Ein besonderer Schwerpunkt der Problematik lag im letzten Jahr in Syrien. Seit Kriegsbeginn werden dort tausende Kinder als Soldaten missbraucht. Eine Besserung scheint derzeit nicht in Sicht zu sein.

Eine leicht positive Entwicklung war hingegen in Kolumbien zu verzeichnen. Dort wurden in Folge des 2016 unterzeichneten Friedensvertrages zwischen Regierungstruppen und FARC-Rebellen 2.000 Kindersoldaten entwaffnet und demobilisiert. Davon kehrten allerdings lediglich 300 zu ihren Familien zurück. Zahlreiche Minderjährige sind noch für andere Guerilla-Gruppen im Einsatz.

Während die meisten Kindersoldaten in Lateinamerika, Afrika und Asien eingesetzt werden, nehmen auch Armeen in europäischen Ländern Jugendliche unter 18 auf. Aus diesem Grund setzten sich im letzten Jahr in Deutschland mehrere Organisationen, darunter terre des hommes und die Kindernothilfe, dafür ein, dass die Bundeswehr den internationalen Standard „Straight 18“ einhält. 2016 waren fast 2.000 Mitglieder der Deutschen Bundeswehr noch nicht volljährig.
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© redhandday.org / terre des hommes

"Keine Waffen in Kinderhände"

Neben der Erregung von Aufmerksamkeit für das Thema Kindersoldaten, stellen die Organisatoren auch konkrete Forderungen an politische Entscheidungsträger. Dieses Jahr geht es darum, Waffenexporte zu stoppen, insbesondere von Deutschland und anderen europäischen Ländern in Kriegs- und Krisengebiete.

Auch wenn die Kampagne von Deutschland aus koordiniert wird, werden weltweit Proteststimmen in Form von roten Handabdrücken, gegen den Einsatz von Kindersoldaten, zusammengetragen. Bisher zählt die Aktionsseite "Red Hand Day" 452.227 Stimmen (Stand: 12.2.2018) gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Die Protestsymbole entstehen im Rahmen von unterschiedlichen Aktionen kurz vor dem 12. Februar und werden mit Forderungen an UN-Politiker auf redhandday.at gesammelt.
12.02.2018