neunerhaus

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© Walter Grösel

Der Verein neunerhaus hilft obdachlosen Menschen in Wien.

Gegründet wurde neunerhaus 1999, "ein Stück weit auch aus Ärger darüber, wie strukturkonservativ und kontrollierend das Hilfssystem war", sagt der ehemalige Geschäftsführer Markus Reiter, Mitbegründer des Vereins.

Entstanden ist der Verein im 9. Wiener Bezirk rund um den Franz-Josefs-Bahnhof. "Bei Gesprächen mit den Menschen selbst wiesen manche auf die zum Teil schweren Missstände in einigen Obdachloseneinrichtungen hin. Da wollten manche von ihnen schon lieber auf der Straße als in derartigen Einrichtungen leben und schlafen."

Heute wohnen in drei "Neunerhäusern" 283 Menschen, 288 Personen werden durch Housing First und mobile Sozialarbeit betreut. Alkohol ist im Unterschied zu vielen anderen Einrichtungen bei neunerhaus erlaubt, auch BesucherInnen können empfangen werden. Es steht den BewohnerInnen zudem frei, sich die Wohnung mit ihrem Partner/ihrer Partnerin oder auch Haustieren zu teilen. Dafür müssen die BewohnerInnen bei neunerhaus auch Miete zahlen: "Einerseits, damit sie das Gefühl haben, dass die Wohnung wirklich ihre ist. Andererseits, um einen Lernprozess einzuleiten. Immerhin wurden sie deshalb delogiert, weil sie ihre Miete nicht gezahlt haben."

Im neunerhaus Gesundheitszentrum (Sozialarbeit, Arzt-, Augenarzt- und Zahnarztpraxis) wurden 2017 exakt 4.418 (2016: 5.656) obdachlose und armutsgefährdete Menschen behandelt. Seit Jänner 2018 wird am selben Standort auch ein vielbesuchtes Café betrieben.

Mit einem Plus von 15% nahm der Verein 2017 erneut über 1 Million Euro an Spenden ein. Den überwiegenden Teil der Einnahmen lukriert neunerhaus aus öffentlichen Mitteln (2017: 64%), vor allem vom Fonds Soziales Wien.

neunerhaus ist seit 2004 Träger des Österreichischen Spendengütesiegels, Spenden an den Verein sind von der Steuer absetzbar.
Im August 2018 wählten wir die neunerhaus Tierärztliche Versorgung zum spendeninfo.at-Projekt des Monats, widmeten dieser einen ausführlichen Beitrag. Die Einrichtung bietet den Haustieren von wohnungs- und obdachlosen sowie armutsbetroffenen Menschen medizinische Versorgung. Das 2010 gegründete Projekt wird ausschließlich durch Spenden finanziert.
01.08.2018