Neue Ziele im Kampf gegen Kinderarbeit

Im Jahr 2018 steht der "Welttag gegen Kinderarbeit" im Zeichen der Sicherheit und Gesundheit von Heranwachsenden, die unter gefährlichen Verhältnissen arbeiten.

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In Jhajjar in Nordindien müssen Kinder in Ziegelfabriken arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. © Jugend Eine Welt
Dass in vielen Teilen der Welt Kinder unter extremen Umständen arbeiten müssen, statt eine Schule besuchen zu können, ist ein bekanntes Problem. Wie viele Minderjährige tatsächlich betroffen sind, ist nicht einfach festzustellen. Die International Labour Organization (ILO), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen,  beobachtet seit dem Jahr 2000 die Lage von arbeitenden Kindern. Auch wenn die Zahl an KinderarbeiterInnen zurückgegangen ist, sind aktuelle Zahlen noch immer extrem hoch.

Kinderarbeit in Zahlen

In einem Bericht aus 2017 schätzt die ILO die weltweite Zahl an KinderarbeiterInnen zwischen fünf und 17 Jahren auf 152 Millionen. 73 Millionen Kinder davon sollen laut Bericht unter gefährlichen Umständen arbeiten. Die ILO schätzt, dass 58 Prozent der weltweit arbeitenden Kinder männlich und 42 Prozent weiblich sind. Der größte Teil an minderjährigen Arbeitskräften wird laut den Beobachtungen in Afrika eingesetzt.

Warum arbeiten Kinder?

Der größte Teil an Kindern arbeitet im landwirtschaflichen Sektor. Kinder, die auf Feldern als ErntehelferInnen eingesetzt werden oder in Ziegelfabriken arbeiten, bedienen aber nicht nur den internationalen Markt und werden von Großkonzernen ausgebeutet.


Kinder werden auch eingesetzt, um zum Beispiel Hirse für lokale Märkte zu ernten oder arbeiten im familiären Umkreis. In diesen Graubereichen ist es besonders wichtig, die Ursachen für Kinderarbeit zu beleuchten. Oft sehen Familien keinen anderen Ausweg aus der Armut, als auch ihre Kinder arbeiten zu lassen. Auch in Krisenregionen sind Kinder oft gezwungen zu arbeiten, weil ihre Familie plötzlich alles verloren hat, oder Kinder alleine auf der Flucht sind und dazu Geld benötigen.

Ziele gegen Kinderarbeit

Wer sich die komplexen Ursachen für Kinderarbeit vor Augen führt, merkt, dass auch bei der Bekämpfung strategisch vorgegangen werden muss. Langfristig verfolgt die ILO den Plan, bis 2030 sichere Arbeitsbedingungen für alle ArbeiterInnen zu schaffen und bis 2025 alle Formen von Kinderarbeit zu eliminieren. Allen voran, sollen die schlimmsten Formen abgeschafft werden:
  • moderne Skalverei, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse
  • Kinderhandel
  • Zwangsrekrutierung von Kindern
  • Kinderprostitution & Kinderpornografie
  • Tätigkeiten im kriminellen Rahmen, wie Drogenanbau & Drogenhandel
  • Arbeit, die für Gesundheit, Sicherheit und Sittlichkeit von Kindern schädlich ist

Projekte gegen Kinderarbeit

NGOs versuchen arbeitende Kinder in erster Linie durch Bildung aus der Abwärtsspirale der Armut zu befreien. Durch Unterstützung der Familien sollen Kinder die Möglichkeit bekommen, eine Schule zu besuchen, oder eine spezifische Berufsausbildung zu absolvieren.
  • Jugend eine Welt: Hilfe für die Kinder aus den Ziegelfabriken in Indien
    In Nordindien arbeiten Kinder unter äußerst prekären Umständen in Ziegelfabriken. Durch die Arbeit sind sie oft krank, unterernährt und können keine Schule besuchen. In einem Kinderdorf werden bedürftige Kinder grundversorgt und können auch eine Schule besuchen. Mehr...
     
  • Kindernothilfe: Bildung statt Teepflücken
    Im Hochland von Sri Lanka leben die indischen Tamilen vom Anbau von Tee und Kaffee. Auch Kinder müssen die schwere Arbeit auf den Plantagen verrichten, um ihre Familien zu unterstützen. Durch das Projekt sollen die Rechte der Kinder gestärkt werden und ihnen eine Ausbildung ermöglicht werden. Mehr...
     
  • Entwicklungshilfeklub: Schneidereiausbildung für Starßenkinder
    In den Städten Ghanas leben tausende Kinder auf der Straße. Mädchen sind häufig der Prostitution ausgesetzt. Durch die Ausbildung zur Schneiderin soll den Kindern eine Zukunftsperspektive geboten werden. Mehr...
AutorIn:
Elisa Heißenberger
11.06.2018