Mutig sein, Hilfe annehmen, selbstbestimmt leben

Anlässlich des Weltfrauentages startete die Caritas im Rahmen einer Pressekonferenz die Aktion #wirtun. Durch die österreichweite Solidaritätsbewegung sollen Frauen in Not unterstützt werden.

Unterstützerinnen der Solidaritätsbewegung #wirtun (v.l.): Rosi  Birgit  Doris Schmidauer  Roswitha  Claudia Amsz © Caritas / Stefanie SteindlUnterstützerinnen der Solidaritätsbewegung #wirtun (v.l.): Rosi  Birgit  Doris Schmidauer  Roswitha  Claudia Amsz © Caritas / Stefanie SteindlUnterstützerinnen der Solidaritätsbewegung #wirtun (v.l.): Rosi  Birgit  Doris Schmidauer  Roswitha  Claudia Amsz © Caritas / Stefanie SteindlUnterstützerinnen der Solidaritätsbewegung #wirtun (v.l.): Rosi  Birgit  Doris Schmidauer  Roswitha  Claudia Amsz © Caritas / Stefanie Steindl[152043513446935.png]
Unterstützerinnen der Solidaritätsbewegung #wirtun (v.l.): Rosi, Birgit, Doris Schmidauer, Roswitha, Claudia Amsz © Caritas / Stefanie Steindl
Rosi war vor Jahren die erste Frau, die in der Notschlafstelle der Caritas in der Lacknergasse Zuflucht suchte. Als einzige Frau eine Nacht zwischen obdachlosen Männern zu verbringen, war nicht leicht für sie. Denn auch in Notschlafstellen lauerte die Gefahr von sexuellem Missbrauch. "Bevor ich mit dir schlafe, geh' ich lieber auf die Straße", lautet der Grundsatz von Rosi. Um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, lebte sie jahrelang auf der Straße.

Als starke Frau um Hilfe bitten

"Wir Frauen wollen selbstständig sein und wir sollten für uns kämpfen", sagt Rosi heute auf einer Pressekonferenz der Caritas. Im Rahmen der Aktion #wirtun, gibt die Organisation armutsbetroffenen Frauen die Möglichkeit, ihre Geschichten zu erzählen und andere Frauen zu ermutigen, Hilfe anzunehmen. "Ich glaube, dass Frauen mehr allein schaffen wollen und nicht einsehen können, dass es nicht mehr geht", sagt Birgit, die jahrelang in einer Wohnung ohne Strom und Heizung gelebt hat.

Rosi und Birgit haben es geschafft, die hohe Hemmschwelle zu überwinden und um Hilfe zu bitten. Beide wurden unterstützt und können heute ein selbstbestimmtes Leben führen. Auch wenn es mittlerweile viele Angebote speziell für Frauen in Notsituationen gibt, harren noch immer zu viele in prekären Umständen aus. Aus Angst, ihre Kinder abgeben zu müssen oder missbraucht zu werden, kämpfen sie alleine weiter. Wieder einmal wird am Weltfrauentag klar, dass es noch ein langer Weg ist, bis Frauen wirklich selbstbestimmt leben können und dieselben Chancen wie Männer haben.

Ist Armut weiblich?

Das Risiko, von Armut betroffen zu sein, ist tatsächlich bei Frauen höher, als bei Männern. Das liegt daran, dass Frauen noch immer im Durchschnitt 38 Prozent weniger verdienen, als Männer. Auch auf dem Pensionskonto landen bei Frauen durschnittlich 970 €, während es bei Männern 1.550 € sind. Insgesamt gelten nach aktuellen Zahlen der Caritas in Österreich 495.000 Frauen als armutsgefährdet.

Von #metoo zu #wirtun

Mit ihrer Aktion #wirtun, will die Caritas nicht nur Frauen in Not eine Stimme geben, sondern auch aktiv helfen. Mit der Unterstützung von Doris Schmidauer, Ehefrau von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, und weiteren namhaften Österreicherinnen, wurde ein Fonds für Frauen in Not ins Leben gerufen. Mit dem gesammelten Geld sollen weitere Angebote finanziert werden, durch die Frauen zurück zu einem selbstbestimmten Leben finden können.

Neben der Caritas unterstützen weitere Organisationen in Österreich Projekte, die sich ausschließlich an Frauen in Notsituationen richten. Hier eine Auswahl.
Caritas.jpgCaritas.jpgCaritas.jpgCaritas.jpg[1409740906738141.jpg]
© Walter Grösel

Haus Miriam der Caritas

Im Haus Miriam finden Frauen in akuten Notsituationen einen geschützten Rückzugsort und professionelle Hilfe. Neben umfassender Betreuung und Beratung, können betroffene Frauen auch das Angebot annehmen, maximal zwei Jahre lang im Haus zu wohnen. Mehr ...
immo-humana.jpgimmo-humana.jpgimmo-humana.jpgimmo-humana.jpg[1409741025905584.jpg]
© Walter Grösel

immo-humana für Mütter in Wohnungsnot

Der Verein ist eine Anlaufstelle für alleinstehende schwangere Frauen und alleinerziehende Mütter, die eine Wohnung suchen. Gemeinsam wird in Krisenzeiten nach einer leistbaren Wohnung gesucht. Ein eigenes immo-humana-Haus mit Notwohnungen ist in der Entstehung. Mehr ...
Walter GröselWalter GröselWalter GröselWalter Grösel[1410446394000528.jpg]
© Walter Grösel

Mutter-Kind-Häuser der St. Elisabeth Stifung

Die St. Elisabeth Stiftung der Erzdiözese Wien bietet Schwangeren und Müttern in Wohnungsnot Zuflucht. In zwei Häusern können Frauen und Mütter, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, temporär Wohnungen zu einem sehr niedrigen Preis mieten. Mehr ...
menschen.leben Titelbild.jpgmenschen.leben Titelbild.jpgmenschen.leben Titelbild.jpgmenschen.leben Titelbild.jpg[1481644752614375.jpg]
© Walter Grösel

Häuser für geflüchtete Frauen des Verein menschen.leben

In zwei Wohneinrichtungen bietet der Verein psychosoziale Betreuung und Integrationshilfe für geflüchtete Frauen und Kinder. Nach den langen und oftmals gefährlichen Wegen, die sie zurückgelegt haben, finden sie hier wieder Halt und werden auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. Mehr ...
VinziWerke.jpgVinziWerke.jpgVinziWerke.jpgVinziWerke.jpg[1411376028384932.jpg]
© Walter Grösel

VinziWerke: Frauen helfen Frauen

Eine Frauengruppe in Graz-Lend bietet unter dem Namen VinziHelp Betreuung für Frauen in sozialen, familiären, rechltichen oder finanziellen Notlagen. Im Haus Rosalie werden zudem obdachlose Frauen aufgenommen. Mit VinziLife bietet der Verein auch psychoterapeutische und psychiatrische Betreuung für Frauen. Mehr ...
Caritas Socialis.jpgCaritas Socialis.jpgCaritas Socialis.jpgCaritas Socialis.jpg[1409740903179456.jpg]
© Walter Grösel

CS Haus für Mutter und Kind

In einem eigenen Haus, bietet der Verein Müttern mit bis zu drei Kindern einen geschützten Zufluchtsort. Auch alleinstehende Mütter und Hochschwangere sind in der Einrichtung willkommen und können mit PsychotherapeutInnen Zukunftsperspektiven entwickeln. Mehr ...
AutorIn:
Elisa Heißenberger
07.03.2018