Modellschule für Gehörlose in Afghanistan

Dieses Projekt in Jalalabad unterstützt auch sehbehinderte Kinder.

Heiß umfehdet, wild umstritten, liegst dem Erdteil du inmitten: Afghanistan.
Das asiatische Land kommt seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Eine Folge davon: In Afghanistan leben überdurchschnittlich viele Menschen mit Behinderung. Verantwortlich dafür sind einerseits Verletzungen durch Landminen und Granaten, andererseits die schlechte Gesundheitsversorgung und Mangelernährung. Kinder mit Behinderungen bleiben oft in ihren Häusern, gehen nicht zur Schule und erhalten überhaupt keine Förderung.

Die britische Hilfsorganisation SERVE, Projektpartner der Kindernothilfe, arbeitet schon seit 1972 in Afghanistan.

Im Mittelpunkt dieses Projekts steht eine Modellschule für Gehörlose in der Stadt Jalalabad. 250 gehörlose Kinder werden von der Vorschule bis zur zwölften Klasse nach einem speziell entwickelten Lehrplan in Gebärdensprache unterrichtet.

Soweit es möglich ist, sollen aber auch über die Modellschule hinaus hörbehinderte Kinder in normale Regelschulen integriert werden. Die Projektmitarbeiter bereiten Kinder und ihre Familien darauf vor. Sie schulen Lehrerinnen und Lehrer in Gebärdensprache sowie im Umgang mit Kindern, die unter Hörbehinderungen leiden. Das Projekt erreicht auch jene Kinder, die keine Schule besuchen können. Sie werden in Wohnhäusern unterrichtet.

Für jüngere sehbehinderte und blinde Kinder gibt es ein Vorschulprogramm, in dem sie die Grundlagen der Brailleschrift erlernen. Älteren sehbehinderten Kindern ist dank der Unterstützung ebenfalls der Besuch der Regelschule möglich. Sie erlernen den normalen Unterrichtsstoff gemeinsam mit den anderen Kindern. Das gelingt mithilfe spezieller Lernmethoden und Hilfsmittel, etwa Braille-Schreibmaschinen.

Im vergangenen Jahr konnten durch diese Maßnahmen bereits 114 Kinder mit Sehbehinderungen gemeinsam mit Kindern ohne Beeinträchtigungen eine staatliche Schule besuchen.
04.01.2017