Mobile Schule für Tondos Straßenkinder

In Manilas größtem Slum leben abertausende Kinder vom Müllsammeln. Der Besuch eines Kleinbusses bietet ihnen eine Perspektive.

Die Stiftung Educational Research and Development Assistence (ERDA) ist bereits seit 1974 in der philippinischen Hauptstadt Manila aktiv. Ihr Gründer, der Missionar Pierre Tritz aus Lothringen, kam in den 1960ern in die Stadt, um an der Jesuitenuniversität St. Thomas zu unterrichten. Nach seiner Pensionierung gründete er die Stiftung, die seither Kindern eine Schulbildung bietet, deren Eltern armutsbedingt nicht für die Gebühren aufkommen können.

In den vergangen 40 Jahren haben bereits mehr als 800.000 philippinische Kinder die diversen pädagogischen Programme der ERDA Stiftung besucht. Für die Schülerinnen und Schüler aus dem Slum Tondo im Hafen der Stadt wurde eigens eine "mobile Schule" eingerichtet: ein Kleinbus, ausgerüstet mit Schulbüchern und Lernmaterialien, besucht die Kinder und Jugendlichen vor Ort. Somit bietet ihnen ERDA einen Ausweg aus dem Leben auf der Müllhalde, wo sie tagtäglich auf der Suche nach Wiederverwertbarem sind. Das mobile Alternativangebot zum Schulbesuch soll nun weiteren 500 Minderjährigen ermöglicht werden. Darüberhinaus werden die Kinder auf Bedarf psychologisch betreut.

Der Müll beherrscht die Straßen und Gässchen Tondos. Viele Familien sind darauf angewiesen, dass auch ihre Kinder Wiederverwertbares sammeln. Die Zahl der Minderjährigen, die von der Armut getrieben auf den Straßen der Philippinen arbeiten, wird heute auf 1,5 Millionen geschätzt. Ob als Opfer oder Täter: bereits jetzt sind Drogen, Ausbeutung, Gewalt und Kriminalität für viele an der Tagesordnung. Deshalb sind pädagogische Programme, wie jene der ERDA Stiftung, oft die einzige Chance, die Kinder und Jugendliche hier haben.
01.02.2018