Life Plus

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© Walter Grösel

Der Trägerverein des Life Ball veranstaltet das international bekannte Charity-Event im Wiener Rathaus 2019 zum 26. und vorerst letzten Mal.

Der Verein Life Plus (ehemals: Aids Life) wurde 1992 von Gery Keszler und dem Arzt Torgom Petrosian gegründet, 1993 wurde der erste Life Ball im Wiener Rathaus veranstaltet. Kurz danach starb Petrosian an AIDS.

Damals kam die Diagnose "HIV-positiv" noch einem Todesurteil gleich, MedizinerInnen wussten kaum etwas über die neue, tödliche Krankheit. Das hat sich - zumindest in reichen Industrieländern - geändert.

In vielen nicht industrialisierten Ländern ist AIDS heute noch die häufigste Todesursache bei 15 bis 59-Jährigen. Der Life Ball entwickelte sich über sein 26-jähriges Bestehen zu einem der weltweit größten AIDS-Charity-Events, er war bis 2019 Haupteinnahmequelle des Vereins. Die Eröffnungsfeier lockte Jahr für Jahr zehntausende Menschen auf den Wiener Rathausplatz.

Keine eigenen Projekte

Mit dem Gewinn aus dem Ball und Spendengeldern unterstützt Life Plus ausgewählte Non-Profit Organisationen im In- und Ausland, die sich für an AIDS erkrankte Menschen einsetzen.

Welche Projekte Life Plus auswählt? "Den größten Stellenwert haben Projekte, die HIV-positiven und AIDS-kranken Menschen Direkthilfe leisten und medizinische Betreuung ermöglichen", so der Verein.

Eigene Projekte betreibt Life Plus nicht. 0,42 Millionen Euro flossen 2017 in österreichische AIDS-Hilfe-Projekte, 0,47 Millionen Euro in internationale Programme. Die meiste finanzielle Unterstützung erhielt 2017 die "Elton John AIDS Foundation": 250.000 Euro.

Life Plus darf seit 2009 das Österreichische Spendengütesiegel führen, Spenden an den Verein sind von der Steuer absetzbar.

Aus für Life Ball

Erst 2016 setzte der Life Ball für ein Jahr aus, das Charity-Event legte eine kreative Pause ein. Mit dem Sabbatjahr und der Neuausrichtung des Balls ging auch eine Namensänderung des Trägervereins einher: aus Aids Life wurde Life Plus.

Im Jahr 2019 wird das Charity-Event nun zum vorerst letzten Mal stattgefunden haben. Der Grund: ein Paradoxon, wie Gery Keszler findet. Denn aufgrund der in den Jahren hartnäckig erkämpften Ziele, wie den massiv verbesserten Therapiemöglichkeiten für an AIDS Erkrankte, hat "die Zahl der Verbündeten für AIDS-Hilfeprojekte international und national [abgenommen]".

Das Aus des Life Ball wird einerseits einen starken Einbruch der Einnahmen bedingen, zum anderen werden jedoch auch die hohen Ausgaben für das Organisation des Charity-Events ausfallen. 2017 stammten die Einkünfte von Life Plus zu 85% aus betrieblichen Einnahmen und Subventionen, 10% wurden durch Spenden eingenommen. 60% der Gesamteinnahmen wurden für den Life Ball und das erstmals stattgefundene Pendant für Jugendliche ("Life Ball Next Generation") ausgegeben, 20% gingen an nationale und internationale Hilfsprojekte.