Licht ins Dunkel

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© Walter Grösel

Mit den Spenden werden Sozial- und Behindertenprojekte in Österreich unterstützt.

Vor Weihnachten 1973 besuchte der damalige Intendant des ORF-Landesstudios Niederösterreich, Kurt Bergmann, das Behindertendorf Sollenau südlich von Wien. Geld wurde für den weiteren Ausbau dringend gebraucht. So nützte man am Heiligen Abend eine Magazinsendung im Radio, um Hörerinnen und Hörer zwischen viel Weihnachtsmusik zu bitten, den Kindern und ihren BetreuerInnen zu helfen. Telefonisch konnten Spendensumme und Adresse bekanntgegeben werden. Später wurden Erlagscheine zugeschickt. Die Namen der Spendenden wurden in der laufenden Sendung verkündet - das Modell für die spätere Sendung Licht ins Dunkel war geschaffen. Die erste improvisierte Aktion erbrachte 33.854 Schilling.

Seit 1978 sendet der ORF jeweils am Heiligen Abend eine vielstündige Fernsehsendung, in der um Spenden für Sozialhilfe und Behindertenprojekte in Österreich gebeten wird. Der Soforthilfefonds von Licht ins Dunkel unterstützt rasch und unbürokratisch Familien mit minderjährigen Kindern, die unverschuldet in Not geraten sind.

Sieben Organisationen sind Mitglieder des 1989 gegründeten Vereins Licht ins Dunkel: Lebenshilfe Österreich, Rettet das Kind, Gesellschaft Österreichischer Kinderdörfer, Österreichische Kinderfreunde, Österreichisches Komitee für UNICEF, Caritas Österreich und Diakonie Österreich.

Im Jahr 2015 nahm der Verein rund 11,1 Millionen Euro an Spenden ein. Licht ins Dunkel ist seit 2005 berechtigt das Österreichische Spendengütesiegel zu führen, Spenden an den Verein sind von der Steuer absetzbar.

Kritik

"Mit dieser Aktion bettelt der ORF in einer geschmacklosen und für die Betroffenen verletzenden und beleidigenden Art um Almosen", kritisierte Manfred Srb, selbst Rollstuhlfahrer und ehemaliger Behindertensprecher der Grünen. Er ist nicht einverstanden mit der Darstellung von Behinderten als "arme Hascherl, für die man spenden soll".

"Das ist eine Katastrophe, so kann man Behinderte im 21. Jahrhundert nicht präsentieren", meinte Srb. "Viele empfinden es als Demütigung." Man wolle wegkommen von einem solchen Image, hin zu dem eines "aktiven Bürgers, der natürlich in gewissen Situationen eine Hilfestellung braucht, aber seinen Beitrag leistet".

Viele Firmen würden sich auch im Rahmen der Aktion als Gönner aufspielen, im alltäglichen Leben aber die Behindertenquote nicht erfüllen oder ihre Struktur nicht barrierefrei gestalten, kritisierte Srb.
19.12.2016