Künstliche Oasen im Sahel

Sogenannte "Boulis" verbessern die Ernährungssicherheit der Bauern in Burkina Faso nachhaltig.

Burkina Faso belegt im Human Development Index (2015) der Vereinten Nationen den 183. Platz von 188 erfassten Ländern. Gemessen an den Faktoren Lebenserwartung, Bildungs- und Lebensstandard erreicht der westafrikanische Staat im weltweiten Vergleich demnach einen der niedrigsten Ränge.

Der Norden Burkina Fasos erstreckt sich über den Sahel, der die Provinzen Oudalan, Soum, Yagha und Séno umfasst. Die BewohnerInnen dieser Regionen leben überwiegend von selbstversorgender Landwirtschaft und Viehzucht, durch ausgeprägte Trockenperioden und immer kürzer werdende Regenzeiten ist ein Auskommen für die meisten Kleinbauern und -bäuerinnen jedoch kaum noch zu bewältigen.

Um die Nahrungssicherheit der Kleinbauernfamilien im Dorf Oulfou Alfa in der Sahel-Provinz Séno zu bewerkstelligen, werden mithilfe der lokalen Organisation UFC und der deutschen Partnerorganisation Misereor künstliche Oasen errichtet. Der Entwicklungshilfeklub unterstützt das Projekt:

Die sogenannten "Boulis" erstrecken sich auf insgesamt zwei Hektar Land, im Zentrum befindet sich ein Wasserbecken, welches in der Regenzeit Wasser auffängt, um es noch bis zu vier Monate nach Beginn der Trockenperiode an die umliegenden errichteten Gemüsegärten abzugeben. Die BewohnerInnen erhalten so die Möglichkeit, die Trockenperioden mit genügend Wasser und Lebensmitteln zu überstehen. Die Kleinbauernfamilien müssen nicht mehr hungern und können durch die überschüssigen Ernten gar ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften.

Mit 238 Euro kann einer von insgesamt 150 Kleinbauernfamilien in Oulfou Alfa ein 100m2 großer Gemüsegarten und dafür benötigtes Werkzeug zur Verfügung gestellt werden. Ein Anteilstein des Entwicklungshilfeprojekts beträgt 47,60 Euro für 20m2 Anbaufläche.
19.09.2016