Kreative Förderung benachteiligter Jugendlicher

In armen Stadtvierteln Boliviens werden junge Menschen meist sich selbst überlassen. Kreative Freizeitbeschäftigung soll das Potenzial der Jugendlichen individuell fördern. Der Entwicklungshilfeklub möchte 160 benachteiligte Burschen und Mädchen in Cochabamba unterstützen.

Zwei Drittel der EinwohnerInnen des Stadtviertels Villa Coronita sind unter 21 Jahre alt. Das Viertel liegt im von Armut geprägten südlichen Teil der Stadt Cochabamba, die Zukunftsperspektiven dieser jungen Menschen sind meist rar.

Es ist die viertgrößte Stadt Boliviens, doch hat sie für junge Menschen - insbesondere in den südlichen ärmeren Stadtvierteln - nicht viel zu bieten. Oft führt der trostlose Alltag die Jugendlichen auf die Straße, wo der Teufelskreis aus mangelnden Perspektiven, Drogen und Gewalt seinen Anfang nimmt.

Der Projektname "Farben der Zukunft" lässt es vermuten: der Ansatz dieses Hilfsprogramms außergewöhnlich. Die jungen Menschen Cochabambas sollen in ihrem individuellen Potential gefördert werden; die kreative Entfaltung der Burschen und Mädchen steht im Vordergrund.

Konkret werden Jugendlichen im 2005 gegründeten Kultur- und Nachbarschaftszentrum "mARTadero" ("matadero" bezieht sich auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Schlachthof) die Ressourcen zur Verfügung gestellt, sich kreativ zu betätigen und dabei positiv zu entfalten:
  • Sie werden dazu angespornt, die umliegenden Straßen zu begrünen und in Umweltthemen wie Mülltrennung und Wiederverwertung sensibilisiert.
  • Sie filmen, fotografieren, formen Skulpturen, malen, beleben graue Wände durch bunte Kunstwerke.
  • Sie schreiben Theaterstücke und nehmen bei der Darstellung verschiedene Rollen ein, thematisieren dabei ihre soziale Ausgrenzung.
  • Sie tanzen, musizieren und proben mit ihren Bands.
Der Entwicklungshilfeklub möchte die weitreichende Förderung von 160 Burschen und Mädchen unterstützen und bittet dafür um Spenden. Pro Jugendlichen werden 62 Euro im Jahr benötigt, um den Einsatz der KünstlerInnen und BetreuerInnen, die Materialien, Geräte sowie Verananstaltungskosten finanzieren zu können.
10.03.2017