Kinderhospiz Netz

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© Walter Grösel

Der Verein Kinderhospiz Netz startete 2007 mit dem ersten mobilen Kinderhospiz Österreichs.

Bis zu 2.500 Kinder und Jugendliche in Österreich sind Expertenschätzungen zufolge von einer lebensbedrohlichen oder lebenslimitierenden Erkrankung betroffen. Allein in Wien und Umgebung belaufe sich die Zahl schwerst- und lebensbegrenzend erkrankter Kinder auf rund 800, wie der Wiener Verein Kinderhospiz Netz betont.

2005 von Lebens- und Sozialberaterin Sabine Reisinger, einer selbst betroffenen Mutter, und der Palliativmedizinerin Brigitte Humer-Tischler initiiert, fokussiert sich Kinderhospiz Netz seit über zehn Jahren auf die Betreuung schwerkranker und lebensverkürzend erkrankter Kinder und Jugendlicher in ihrer gewohnten Umgebung, Zuhause bei ihren Familien. 2007 startete Kinderhospiz Netz mit dem ersten mobilen Kinderhospiz Österreichs, 2016 eröffnete der Verein das erste Kindertageshospiz Wiens.

Kindertageshospiz Netz: "Ein Ort der Begegnung"

Ein multiprofessionelles Team aus den Bereichen der Kinder- und Allgemeinmedizin, der Kinderkrankenpflege, der Sozialarbeit und -pädagogik, der Lebens- und Sozialberatung, der Seelsorge sowie der Kindergartenpädagogik betreut die Kinder und ihre Familien im Rahmen des mobilen Kinderhospizes. Eine Gruppe speziell ausgebildeter Ehrenamtlicher ergänzt das Angebot: sie entlasten die Familien im Alltag, verbringen Zeit mit den Kindern, unterstützen bei der Vernetzung mit anderen Betroffenen, begleiten die Familien langfristig.

Geschulte Freiwillige begleiten auch die gesunden Geschwisterkinder, fungieren als Gesprächspartner, werden zu wichtigen Vertrauenspersonen für die Schwestern und Brüder. Auch regelmäßige Unternehmungen und tiergestützte Therapien im Rahmen der Geschwistergruppe des Kinderhospiz Netz konzentrieren sich speziell auf die Bedürfnisse der gesunden Geschwister.

Im Februar 2016 ergänzte der Verein sein Angebot um das erste Kindertageshospiz Wiens. In der Einrichtung in Wien-Meidling werden die Kinder und jungen Erwachsenen bis 27 Jahre tageweise betreut. Neben dem umfassenden und abwechslungsreichen Therapie- und Förderangebot sei das Hospiz auch "ein Ort der Begegnung" für Angehörige, beschreibt Kinderhospiz Netz. Ziel sei es nicht zuletzt "den Familien den Alltag zu erleichtern". Wie auch das mobile Kinderhospiz ist auch das Tageshospiz des Vereins für die Familien mit keinerlei Kosten verbunden.

Rein durch Spenden finanziert

Im Jahr 2016 konnte Kinderhospiz Netz im Zuge der Vereinsarbeit 28 erkrankte Kinder, 39 Geschwisterkinder, 35 Familien und damit insgesamt 116 Personen betreuen und begleiten. 40 ehrenamtliche MitarbeiterInnen leisteten mehr als 4.000 unentgeltliche Stunden. 1,22 Millionen Euro an Spenden nahm der Verein 2016 ein. Rund 1.500 Euro kamen durch Mitgliedsbeiträge hinzu, 23.600 Euro durch sonstige und sonstige betriebliche Einnahmen.

Über 50% der Gesamteinnahmen kamen dem Vereinszweck zugute, 20% gab Kinderhospiz Netz 2016 für Spendenwerbung aus, weitere 20% wurden den Rücklagen zugeführt.

Der Verein Kinderhospiz Netz finanziert sein Angebot zur Gänze durch Spenden, die auch steuerlich absetzbar sind. Das Österreichische Spendengütesiegel trägt der Verein seit November 2017.
06.12.2017