Gegen die alarmierend hohe Kindersterblichkeit

World Vision hat im Osten von Sierra Leone ein langjähriges Projekt gestartet. Im Vordergrund stehen die Gesundheitsversorgung und Bildungschancen der Kinder.

Soa liegt im bitterarmen Osten Sierra Leones. Wegen seiner Diamantenvorkommen war das Gebiet im Bürgerkrieg von 1991 bis 2002 besonders umkämpft. Vor allem Gebildete haben die Gegend damals verlassen und sind nicht mehr zurückgekehrt.

Das Gebiet ist gebirgig, früher war es dicht mit Regenwald überzogen. Illegale Abholzungen lassen immer größere Flächen veröden, natürliche Quellen versiegen. In der Trockenzeit müssen Menschen weite Wege zurücklegen, um Wasser zu holen. Wasser, das sich oft nicht als Trinkwasser eignet. Durch den Bau von Brunnen schafft das Projekt Zugang zu sauberem Wasser. Rund 9.000 Euro kostet in Sierra Leone der Brunnenbau und das Einschulen eines sogenannten Wasserkomitees.

Als in den Jahren 2014 und 2015 mehrere westafrikanische Länder von einem verheerenden Ausbruch des Ebolafiebers betroffen waren, war Sierra Leone keine Ausnahme: 4.000 Menschen starben allein hier an der Infektionskrankheit, die hinterbliebenen Witwen und Waisen werden nicht vom Staat unterstützt. Das macht die Brunnenbohrungen in Soa umso wichtiger: Frisches Wasser ermöglicht bessere hygienische Zustände, welche die Ansteckungsgefahr mit Atemwegs- und Durchfallerkrankungen, Malaria, Ebola- und dem Lassafieber stark verringern.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die alarmierend hohe Kindersterblichkeit – in Sierra Leone stirbt fast jedes fünfte Kind vor seinem fünften Geburtstag – zu senken. Da Kindersterblichkeit eng mit Mangelernährung zusammenhängt, erfahren Mütter, wie sie ihre Kinder ausreichend mit Nährstoffen versorgen.

Nun möchte World Vision auch den Bau von Schulen in Angriff nehmen: Meist findet der Unterricht in abrissreifen Lehmhütten statt, Einrichtungsgegenstände und Lehrmaterialien fehlen ebenso wie qualifiziertes Lehrpersonal. Die Errichtung neuer Schulgebäude ist Teil des Soa-Regionalentwicklungsprogramms, für die Ausbildung zusätzlicher LehrerInnen hat World Vision ein Sonderprojekt gestartet (siehe "12 LehrerInnen für Soa").

Spendenhinweis

Für dieses Regionalentwicklungsprogramm kann auf der Website von World Vision nicht mehr zweckgebunden gespendet werden (die Angabe des Verwendungszwecks ist nicht mehr möglich). Es wird durch "freie" Spenden an World Vision finanziert, wie auch durch Kinderpatenschaften, die der Verein im Projektland vergibt. Ob und welche Kinder in Sierra Leone aktuell nach einem Paten bzw. einer Patin suchen, erfahren Sie unter www.worldvison.at/patenkind.
07.11.2017