Hungerkatastrophe im Südsudan

Am 9. Juli begeht der Südsudan seinen vierten Jahrestag zur Unabhängigkeit. Seit eineinhalb Jahren herrscht jedoch erneut ein blutiger Machtkampf.

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Ankommende Flüchtlinge im Doro-Camp im Südsudan. © Robert Stansfield/Department for International Development
Seit Mitte Dezember 2013 herrscht Bürgerkrieg im Südsudan, der bis dato rund 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge forderte und über 730.000 Menschen dazu zwang in benachbarte Länder zu flüchten. Der bewaffnete Konflikt wird von den ethnischen Gruppierungen der Nuer, die den Staatspräsidenten Salva Kiir unterstützen, und der Dinka, die auf der Seite des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar kämpfen, ausgetragen.

Spendenaufruf

In der ersten Juli-Woche besuchte Caritas-Präsident Michael Landau das zerrüttete Land. Die Caritas warnte erneut davor, dass "eine der größten Hungerkatastrophen der vergangenen Jahre" bevorstehe und rief dringend um Spenden auf: 250.000 Kindern im Südsudan drohe der Hungertod, 4,5 Millionen Menschen im Land haben nicht genug zu essen, doch die Caritas könne ihre Ausspeisungen aufgrund der drastisch gestiegenen Lebensmittelpreise nur mehr drei Mal pro Woche abhalten.

Auch die geflüchteten Südsudanesen in den Nachbarländern sind dringend auf Hilfe angewiesen; die Ressourcen der Hilfsorganisationen reichen nicht aus, es fehlt an Lebensmitteln, Trinkwasser, Latrinen und medizinischer Versorgung. Überdies haben "60 Prozent der Flüchtlingskinder keinen Zugang zu einer Grundschulbildung", so UNHCR, und gar nur 15 Prozent der Jugendlichen besuchen eine weiterführende Schule.

Gemeinsam mit 38 Partnerorganisationen benötigt UNHCR rund 810 Millionen US-Dollar, um die Flüchtlinge in den benachbarten Ländern zu unterstützen - 102 Millionen US-Dollar wurden bislang gespendet.
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Südsudanesische Flüchtlinge in Uganda, Jänner 2014. © EC/ECHO/Malini Morzaria

Nothilfe im Südsudan

Vielseitig sind die Spendenmöglichkeiten zur Unterstützung der südsudanesischen Bevölkerung. Österreichische NGOs wie der Entwicklungshilfeklub, Unicef, Care, Plan, Diakonie, Caritas und ihre Unterorganisationen setzen sich im Zuge spezifischer Hilfsprojekte im Südsudan ein:

Die Diakonie verteilt an 17.000 Kinder in 45 Schulen im südsudanesischen Distrikt Cueibet Sojabrei zum Frühstück. (Mehr)

Der Entwicklungshilfeklub ermöglicht 20.000 Flüchtlingen, durch den Bau eines Brunnens, Zugang zu sauberem Trinkwasser. (Mehr)

Plan leistet wichtige Nothilfe für 145.000 Menschen in Flüchtlingslagern, der Fokus liegt auf der Nahrungsmittelhilfe für Kinder. (Mehr)

Care unterstützt insbesondere unterernährte Kinder mit Aufbaunahrung und Flüchtlingsfamilien mit Nahrungsmittelpaketen. (Mehr)

Auch Unicef bittet dringend um Spenden für Nothilfe im Südsudan, um zu verhindern, dass "zehntausende Unter-5-Jährige sterben!". (Mehr)

Die Caritas der Diözese Graz-Seckau leitet ein Ernährungszentrum für Babys im Südsudan. (Mehr)
09.07.2015