Humanitäre Krise im Jemen

Über 21 Millionen Menschen im Land sind auf Hilfe angewiesen.

Durch den anhaltenden Konflikt im Jemen wurden allein seit März über 1.400 Zivilisten getötet, mehr als 3.400 verletzt. Die Kämpfe zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und Anhängern des Präsidenten Hadi führten bislang zu einer Million intern Vertriebenen, über 42.000 Bewohner flüchteten in benachbarte Länder. Die Zahl der auf humanitäre Hilfe angewiesenen Jemeniten stieg in den letzten Monaten auf 21 Millionen - über 80% der Gesamtbevölkerung, so UNOCHA in ihrem aktuellen "Humanitarian Response Plan" über die prekäre Lage im Jemen.

Spätestens seitdem sich der gewaltsame Konflikt im März auf 20 der 22 Gouvernements Jemens ausgebreitet hat und Luftangriffe gegen die Huthi-Miliz durchgeführt wurden, fällt es Hilfsorganisationen zusehends schwerer die Millionen Betroffenen mit Hilfsgütern zu versorgen. Feuerpausen werden nicht eingehalten, vermehrt geraten zudem Zivilpersonen unter Beschuss. UNHCR klagte Mitte Juli zum wiederholten Male über fehlenden Zugang für humanitäre Helfer und den Transport von Hilfsgütern.

Kämpfe in Aden

Zuletzt wurde die Interimshauptstadt Aden für "befreit" erklärt, mehrere Minister der jemenitischen Exilregierung kehrten zurück. Die Kämpfe halten jedoch zumindest in einigen Teilen Adens an, so seien im nördlichen Stadtteil Dar Saad erneut Dutzende Zivilisten durch Angriffe der Huthi-Rebellen ums Leben gekommen.

Die französische Presseagentur "AFP" twitterte ein erschreckendes Video, das den anhaltenden gewaltsamen Konflikt in mehreren Stadtteilen Adens zeigt:
 

Einsatz der Hilfsorganisationen

NGOs wie Jugend Eine Welt, Ärzte ohne Grenzen und Unicef leisten Hilfe in den Konfliktregionen und bitten hierfür dringend um Spenden.

Unicef liefert medizinische Hilfsgüter, versorgt Kinder mit Nährstoffpulver und Impfungen und ermöglicht Zugang zu sauberem Wasser. (Mehr)

Mit Unterstützung von Jugend Eine Welt leisten die Salesianer Don Boscos Unterstützung für notleidende Menschen in Aden. (Mehr)

Besonders umfassend ist die humanitäre Hilfe von Ärzte ohne Grenzen; die Ärzte leisten in acht jemenitischen Gouvernements medizinische Nothilfe. Die Aktivitäten umfassen etwa auch die Lieferung chirurgischen Materials sowie lebensrettender Medikamente. (Mehr)

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist in der Krisenregion aktiv, liefert etwa Hilfsgüter und leistet medizinische Versorgung. Zur Unterstützung der Aktivitäten kann für die Katastrophenhilfe des ÖRK gespendet werden. (Mehr)
22.07.2015