Housing First

Die Wohnung ist der Ausgangs- und nicht der Endpunkt in der Betreuung von Obdachlosen.

Housing First ist ein relativ neuer Ansatz aus den USA, er wurde Anfang der 1990er für obdachlose Menschen mit psychiatrischen und/oder Sucht-Problemen entwickelt. Beim Housing First ist der erste Schritt eine eigene Wohnung, die Wohnung der Ausgangs- und nicht der Endpunkt der Betreuung. Die konventionelle Methode ist, dass sich Obdachlose über Nachtquartiere und Übergangswohnungen für eine eigene Wohnung "qualifizieren".

Das Neunerhaus startete ein Housing-First-Pilotprojekt im Jahr 2012 in Wien. Der Fonds Soziales Wien (FSW) unterstützte dieses Pilotprojekt und finanzierte die soziale Betreuung von 50 Wohnungen in verschiedenen Häusern und die begleitende Evaluierung bis 2015. Aufgrund des Erfolgs in der dreijährigen Testphase ist Housing First nun ein fixer Bestandteil der Wiener Wohnungslosenhilfe.

Menschen, die eine Housing-First-Wohnung bekommen, müssen über ein eigenes Einkommen (z.B.: Erwerbseinkommen, AMS-Bezug, Bedarfsorientierte Mindestsicherung, Pension) verfügen, das die Finanzierung von Wohnkosten und Lebensbedarf ermöglicht; KonsumentInnen illegaler Drogen, die nicht in medizinischer Behandlung sind, sind vom Projekt ausgeschlossen. So viel Unterstützung wie nötig, so viel Selbstbestimmung wie möglich, lautet das Konzept von Neunerhaus für den Umgang mit den Housing-First-BewohnerInnen.
18.08.2017