Indigene Völker

Eine Vielzahl indigener Einwohner lebt weltweit in großer Armut. NGOs bieten den Volksgruppen Hilfe zur Selbsthilfe.

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Eine Mutter des indigenen Hmong-Volkes mit ihren drei Kindern in Sin Chai, Nordwesten VIetnams. © UN Photo/Kibae Park
Rund 370 Millionen Menschen weltweit gehören indigenen Völkern an; diese fünf Prozent der Weltbevölkerung zählen zu den am meisten benachteiligten und gefährdeten Gruppen der Erde.

Indigene (aus dem Lateinischen für "eingeborene") Völker sind Nachfahren einer Bevölkerung, die bereits vor der Eroberung, Kolonialisierung und der Gründung eines Staates in einem Gebiet lebten, und sich als eigenständige Bevölkerungsgruppe ansehen.

Der Definition der Vereinten Nationen zufolge, sind indigene Völker Erstbewohner eines Gebietes, sie bewahren eine kulturelle Besonderheit, die sich von der nationalen Gesellschaft unterscheidet, identifizieren sich selbst als indigen und sind von Marginalisierung und Unterdrückung betroffen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Während heute viele Eingeborene um ihr Land und ihre Rechte kämpfen müssen, wurden andere indigene Völker längst von ihrem Land vertrieben und um ihre Ressourcen gebracht. An den Rand der Gesellschaft gedrängt, leben die Einwohner nur zu oft in großer Armut.

Grund für die Vertreibung sind oft Landrechtskonflikte sowie Erdöl-, Uran- oder Goldförderung in den ressourcenreichen Gebieten der indigenen Völker. Durch die vorherrschende Umweltproblematik fällt es den Familien überdies vermehrt schwer sich durch Subsistenzwirtschaft selbst zu versorgen; Böden sind ausgelaugt, sauberes Wasser ist rar.

Zahlreiche Hilfsorganisationen bieten den diskriminierten Bevölkerungsgruppen Unterstützung, etwa mittels Schulungen in ökologischen Anbaumethoden oder durch den Bau eines Trinkwasser-Leitungssystems. Im Zuge der Hilfsprojekte erhalten die indigenen Volksgruppen Hilfe zur Selbsthilfe.

Hilfsprojekte

Das Kinderhilfswerk Sueniños setzt sich für indigene Familien im mexikanischen San Cristóbal ein: die Bewohner werden in der Technik des Lehm- und Holzhausbaus geschult (mehr) und Kinder werden individuell gefördert und betreut (mehr).

World Vision unterstützt die Sicherung der kulturellen Identität der Mapuche in Chile und hilft ihnen dabei ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern (mehr).

Welthaus bietet dem Naturvolk der Quilombolas (Nachfahren afrikanischer Sklaven) in Brasilien (mehr) und der indigenen Bevölkerung Argentiniens (mehr) Unterstützung bei der rechtlichen Absicherung ihres Landbesitzes

Jugend Eine Welt bietet im Zuge zahlreicher Projekte Hilfe für indigene Volksgruppen: Dalit-Frauen in Indien erhalten Unterstützung bei der Gründung eines eigenen Betriebs (mehr) und die Achuar-Bevölkerung in Ecuador erhält Gesundheitsversorgung (mehr).

Auch der Entwicklungshilfeklub unterstützt zahlreiche indigene Völker: das Tarahumara-Volk in Mexiko erhält Zugang zu Schulbildung (mehr), den indigenen Awá in Kolumbien wird durch Wasserversorgung geholfen (mehr).

Gemeinsam gegen Landminen bietet Hilfe für die Minderheit der Karen in ihrem stark verminten Siedlungsgebiet in Myanmar - wie etwa Minenrisiko- und Erste Hilfe-Schulungen (mehr).

Sonne International bietet Kindern der Garo-Minderheit in Bangladesch Zugang zu Schulbildung (mehr).

Missio setzt sich für die Kinder des indigenen Volks der Koya im Südosten Indiens ein und bietet ihnen Schulbildung, Verpflegung und medizinische Versorgung (mehr).

Die Dreikönigsaktion setzt sich für die Landrechte der Indigenen im Amazonasgebiet Brasiliens ein (mehr).

ADRA unterstützt Jugendliche des Batwa-Volkes in Uganda mit Alphabetisierungskursen und landwirtschaftlichen Schulungen (mehr).

 
15.06.2015