Spendenbereitschaft für Flüchtlinge

Spenden auch Sie lieber bei Naturkatastrophen?

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Syrisches Flüchtlingskind © Bengin Ahmad / benginahmad.com
Unsere Spendenbereitschaft ist ja legendär, doch mit einer deutlichen Präferenz für Kinder, Tiere und Naturkatastrophen. Der Vergleich macht sicher:

Die Diakonie bekam für den Spendenzweck "Nepal" in zwei Monaten 340.000 Euro. Für das Flüchtlingsdrama in Syrien spendete man seit 2013 in etwa so viel. Bei der Caritas spendeten die Menschen für die Opfer des Erdbebens in Nepal 4,5 Millionen Euro. Für die aktuelle Flüchtlingskrise: 350.000 Euro. Ärzte ohne Grenzen nimmt für Nepal gar keine zweckgebundenen Spenden mehr an, da dank der großen Unterstützung der Einsatz bereits finanziert ist.

Dabei haben Flucht und Vertreibung oder etwa ein Erdbeben durchaus ähnliche Auswirkungen. Menschen werden obdachlos, brauchen eine Unterkunft, Nahrung, medizinische Versorgung und vieles mehr, kurzum: Hilfe.

Herbergssuche per Ersatzvornahme

Natürlich ist es unbestritten, dass die Grundversorgung der Flüchtlinge in Österreich in den Aufgabenbereich des Staates fällt. Bund und Länder streiten über Kompetenzen, Zuständigkeiten, Geld und vor allem um die Unterbringung der Asylwerber.

Um das Chaos in der Asylpolitik zu beseitigen, setzt die Bundesregierung nun auf eine Änderung der Verfassung. Mit dem Instrument der "Ersatzvornahme" kann der Bund Aufgaben der Länder und Gemeinden übernehmen. Konkret bedeutet dies, dass der Bund demnächst in Gemeinden, in denen keine oder zu wenige Flüchtlinge untergebracht werden, eben dies erzwingen kann. Vorgesehen dafür sind Gebäude und Grundstücke, die dem Bund gehören oder angemietet sind. Da die Flächenwidmung oder Bauordnung zum Beispiel in den Kompetenzbereich der Länder und Gemeinden fallen, konnte der Bund bis dato dort keine Asylwerber gegen den Willen der Länder und Gemeinden unterbringen.
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Ute Bock © Franz Johann Morgenbesser

Hilfsangebote für Flüchtlinge

Dieser politische Streit geht zu Lasten derer, die in Österreich um Asyl ansuchen. Überfüllte Aufnahmezentren, fehlende Unterkünfte, Schlafplätze im Freien. Vertreter der NGOs begrüßen zwar den neuen 5-Punkte-Plan der Bundesregierung, fordern aber weitere Maßnahmen zur Verbesserung ein. Oder man wendet sich wie Ute Bock in einem offenen Brief ob des Versagens der Politik gleich an die Mitbürger direkt.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl privater Initiativen, die Flüchtlingen und Asylsuchenden helfen wollen. Einen Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit findet man auf der Homepage von SOS-Mitmensch.

Viele österreichische NGOs sind in Auftrag des Bundes, beziehungsweise des jeweiligen Bundeslandes, mit der (staatlich finanzierten) Grundversorgung der Asylwerber betraut. Da die angeboten Leistungen fast immer über dem Mindestmaß liegen, sind Spenden in diesen Bereich gerne gesehen. In Österreich gibt es rund 700 verschiedene Einrichtungen für Asylwerber, die meist aus vertraglicher Basis von NGOs betrieben werden.

Projekte

Vor allem die großen NGOs sind in Österreich in der Betreuung von Asylwerbern aktiv. Die Caritas bietet mit einem Projekt eine österreichweite Spendenmöglichkeit an. Aber auch in den Bundesländern Wien und Oberösterreich sind Spenden dafür möglich. Mit dem Projekt Omni.bus hilft die Caritas zudem in Traiskirchen vor Ort.

Unter dem Motto "Integration - Migration" sammelt das Österreichische Rote Kreuz Geld, auch der Flüchtlingsdienst der Diakonie ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Für die Flüchtlingsbetreuung im Rahmen der Grundversorgung bittet der Samariter-Bund in Wien um Spenden, ebenso die Volkshilfe für ihre Flüchtlingsarbeit.

Speziell für unbegleitete minderjährige Flüchtlingskinder setzt sich das SOS-Kinderdorf ein. Weit über die Grenzen Wiens hinaus ist Ute Bock bekannt. Ihr Flüchtlingsprojekt benötigt Spenden, um die Mieten für rund 400 betreute Personen bezahlen zu können.

Bereits seit 1995 setzt sich das Integrationshaus für Asylwerber und Flüchtlinge in Wien ein. Die Projektbeschreibungen finden sie hier.
03.08.2015