Hemayat

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© Walter Grösel

Kümmert sich in Wien um traumatisierte Folter- und Kriegsüberlebende.


Das twitterte der österreichische Journalist Peter Rabl im Juni 2014 über Hemayat, nachdem er diese Reportage über die Arbeit des Vereins gelesen hatte.

Das Wort "Hemayat" stammt aus dem Persischen und Arabischen und bedeutet "Betreuung" oder "Schutz". Der Verein Hemayat wurde 1995 in Wien gegründet, "Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende" ist die Selbstdefinition, oben erwähnter Artikel beschreibt Hemayats Arbeit mit traumatisierten tschetschenischen AsylwerberInnen in Wien.

"Zielgruppe unserer Arbeit bei Hemayat sind alle Menschen, die durch Folter oder Krieg extreme Traumatisierungen erlitten haben." Traumatisierte werden kostenlos behandelt, unabhängig davon, ob sie krankenversichert sind. 2016 betreute Hemayat 1.044 KlientInnen (2015: 735), davon 219 Minderjährige, aus 53 verschiedenen Ländern, die meisten aus Tschetschenien und Afghanistan.

"Es ist eine Schande, dass man in einem reichen Land wie Österreich um Selbstverständlichkeiten betteln zu müssen scheint", schreibt Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek: "Es müsste außer Frage stehen, dass schwer traumatisierte Menschen, auch Kinder, therapiert werden müssen und dass der Staat, der zur Aufnahme dieser Menschen verpflichtet ist, diese Therapie auch finanziert."

"Zumindest Spenden für den Verein Hemayat zu sammeln sollte uns aber möglich sein, wenn die Mittel für diese Menschen anders nicht aufgebracht werden können", so Jelinek weiter.

Das Team von Hemayat setzt sich aus 31 DolmetscherInnen, 51 Kunst-, Shiatsu-, PsychotherapeutInnen und PsychologInnen, fünf ÄrztInnen, sieben BüromitarbeiterInnen (darunter die Geschäftsführerin und Psychologin Cecilia Heiss) sowie dem ehrenamtlichen Vorstand und zahlreichen weiteren Ehrenamtlichen zusammen. "Die MitarbeiterInnen arbeiten, trotz ihrer hohen Qualifikation und der schwierigen Klientel, zu einem Stundensatz, der weit unterhalb des vom Bundesverband für Psychotherapie und Dolmetschverbandes Universitas empfohlenen Richtwertes liegt", betont Hemayat den sparsamen Umgang mit Spendengeldern.

Im Jahr 2016 wurden für Hemayat 423.000 Euro gespendet. Gefördert wird der Verein u.a. vom Europäischen Flüchtlingsfonds, dem österreichischen Innenministerium, dem Fonds Soziales Wien oder der MA 17 mit noch einmal 305.000 Euro. Seit Anfang 2017 wird Hemayat von Ärzte ohne Grenzen in der professionellen psychologischen Betreuung unterstützt. Die Zusammenarbeit soll vorerst drei Jahre dauern.

Spenden an den Verein Hemayat sind von der Steuer absetzbar, Hemayat trägt seit 2010 das österreichische Spendengütesiegel.
09.05.2017