Haiti: Fünf Jahre nach dem Erdbeben

Noch immer hausen zehntausende Haitianer in Zeltlagern.

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Port-au-Prince zwei Monate nach dem Erdbeben im März 2010. © MCCS Spike Call
Im 15. Jahrhundert war Christoph Kolumbus von der "Schönheit und Fruchtbarkeit" des heutigen Haiti begeistert, im 18. Jahrhundert war es die reichste Kolonie Frankreichs, im 19. Jahrhundert der erste Staat Lateinamerikas, der unabhängig wurde.

Und heute? Heute ist Haiti das Armenhaus Amerikas. Entwaldet, verkarstet, überbevölkert. Das war es auch schon vor dem verheerenden Erdbeben am 12. Jänner 2010. Das Epizentrum lag nur 25 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince, die Millionenstadt wurde am Nachmittag des 12. Jänners weitgehend zerstört. 300.000 Menschen starben, mehr als eine Million wurde obdachlos.

Der Wiederaufbau nach dem Erdbeben geht nur schleppend voran, fünf Jahre danach leben noch immer 79.000 Menschen in Zelt- und Auffanglagern.

Sanitäre Einrichtungen wurden durch das Beben großflächig zerstört, seit dem Erdbeben grassiert die Cholera in Haiti. In den 100 Jahren vor dem Erdbeben traten keine Cholerafälle in Haiti auf.

"Wenn eines der ohnehin ärmsten Länder der Welt wie Haiti von einer solchen Naturkatastrophe heimgesucht wird, dann ist das Ausmaß des Leides für die Menschen einfach unvorstellbar. Deswegen braucht es auch fünf Jahre nach dem Erdbeben immer noch unsere Unterstützung", sagt Christoph Schweifer, Auslandshilfe-Generalsekretär der Caritas.
 

Hilfsprojekte in Haiti

Um die Ausbreitung der Cholera einzudämmen, betreibt das Rote Kreuz Projekte zur Trinkwassergewinnung und Trinkwasserversorgung, baut sanitäre Einrichtungen und veranstaltet Hygienetrainings. (Details)

Ein vom Erdbeben zerstörtes Mädchenwohnheim der Don Bosco Schwestern wurde wieder aufgebaut. Damit das Heim mit sauberem Trinkwasser versorgt werden kann, finanziert Jugend Eine Welt die Installation eines Filtersystems und eines geschlossenen Abwassersystems. (Details)

NPH (Nuestros Pequeños Hermanos) kümmert sich um 200 Kinder, die durch das Erdbeben zu Waisen wurden. Um die Waisenheime in Schuss zu halten und die Angestellten bezahlen zu können, ist die Organisation auf Spenden angewiesen. (Details)

Cité Soleil – zu Deutsch "Sonnenstadt" - ist das größte Slum von Port-au-Prince. Die Caritas baut dort "Nachbarschaftsschulen" auf, damit auch die Kinder aus dem Elendsviertel eine Chance auf Bildung haben. (Details).

Auch der Entwicklungshilfeklub kümmert sich um die Kinder aus Cité Soleil. Im Rahmen dieses Projekts werden die Kinder aus dem Slum mit Spielzeug versorgt. (Details)

Ein anderes Projekt des Entwicklungshilfeklubs widmet sich der Aufforstung: es werden Waldgärten für Kleinbauern angelegt. (Details)
 
13.01.2015