Flüchtlingshilfe in Österreich

"Heiß umfehdet, wild umstritten, liegst dem Erdteil du inmitten"

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© Gerd Altmann, Pixabay
So beginnt bekanntermaßen die zweite Strophe der österreichischen Bundeshymne. Und ist zugleich eine treffende Beschreibung der politischen Debatten rund um die Themenfelder Ausländer, Asyl, Migration und Integration. Zuletzt befeuert durch steigende Flüchtlingszahlen aufgrund des Syrien-Krieges. Während es den einen nicht restriktiv genug sein kann, befürchten andere das Ende des Rechtsstaates. Ihren Unmut wie Bedenken über die geplanten Reformen im Asylrecht und-verfahren taten die NPOs Amnesty International, Rotes Kreuz und Caritas erst kürzlich in einem Offen Brief kund.

Der Umstand, dass Österreich "dem Erdteil inmitten" liegt, machte es vor allem in Zeiten des Kalten Krieges zu einem der wichtigsten Länder für die Erstaufnahme beziehungsweise den Transit von Flüchtlingen. Allein 1956/57 flohen fast 200.000 Ungarn nach und über Österreich. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks kam der Zerfall Jugoslawiens. Vor Krieg und Vertreibung im Nachbarland ergriffen über 1000.000 Menschen die Flucht.

Die Grundversorgung von Asylwebern übernimmt in Österreich der Staat beziehungsweise das jeweilige Bundesland. In einer betreuten Unterkunft inklusive Verpflegung werden 19 Euro pro Person bezahlt. Allerdings an die Unterbringungseinrichtung, nicht direkt an den Asylwerber. Neben Unterkunft und Verpflegung umfasst die Grundversorgung unter anderem Bekleidung, Schulbedarf für Kinder und Sicherung der Krankenversorgung. In Österreich gibt es rund 700 verschiedene Einrichtungen für Asylwerber, die meist auf vertraglicher Basis von NGOs betrieben werden.
Was juristisch im österreichischen Fremdenrecht auf den ersten Blick sehr klar geregelt erscheint, ist in der komplexen Lebensrealität meist etwas schwieriger. Das Rote Kreuz bittet unter dem Motto "Integration – Migration" um Spenden für zahlreiche Projekte. (Details) Ebenso umfangreich ist der Flüchtlingsdienst der Diakonie. (Details)

Der Landesverband Oberösterreich der Caritas ist in der (staatlich finanzierten) Grundversorgung der Asylweber tätig. Da die angeboten Leistungen aber über dem Mindestmaß liegen, werden auch in diesem Bereich zweckgebundene Spenden angenommen. (Details) Ähnlich ist die Lage in Wien. Verschiedene Einrichtungen, Programme und Projekte werden mit dem Flüchtlingsfonds der Caritas unterstützt. (Details)

Der Arbeiter-Samariterbund betreut Asylwerber im Rahmen der Grundversorgung. Zwei Einrichtungen freuen sich über Spenden. (Details)

Ebenfalls in Wien ansässig wie aktiv sind zwei Vereine, man möchte fast sagen Institutionen, auf diesem Gebiet: Das Flüchtlingsprojekt Ute Bock und das Integrationshaus.

Zu guter Letzt wollen wir Ihnen noch zwei vielleicht nicht so bekannte Vereine vorstellen. Lobby.16 unterstützt unbegleitete junge Flüchtlinge in Österreich und versucht, jene in den Arbeitsmarkt bestmöglich zu integrieren. (Details) Eine ganz andere Art der Hilfestellung bietet Hemayat. Welche lesen sie hier.
18.02.2015