FGM-Hilfe

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© Walter Grösel

Der Kärntner Verein kämpfte 17 Jahre gegen weibliche Genitalverstümmelung. Seit Ende März 2016 ist die FGM-Hilfe geschlossen.

Nachdem die Gründerin und Obfrau Elisabeth Cencig am 9. Dezember 2015 verstarb, wurde die FGM-Hilfe mit 31. März 2016 aufgelöst. Verbliebene Spendengelder wurden an das Frauengesundheitszentrum FEM der Semmelweis Frauenklinik übertagen.
FGM - female genital mutilation - ist der englische und international gebräuchliche Ausdruck für weibliche Genitalverstümmelung. Der Verein FGM-Hilfe wurde 1999 in Kärnten gegründet, im Jahr 2014 hatte er 303 Mitglieder.

"Während die männliche Beschneidung keine organischen Schäden und keine Verminderung der Orgasmusfähigkeit zur Folge hat, leiden die Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung unter irreversiblen organischen Schäden, unter Orgasmusunfähigkeit und einem lebenslangen psychischen Trauma", betont FGM-Hilfe. Laut Verein werden täglich 6.000 Mädchen Opfer einer weiblichen Genitalverstümmelung, betroffen sind vor allem schwarzafrikanische Länder und Ägypten.

Durch Öffentlichkeitsarbeit, Vorträge und Gesprächen in Schulen will der Verein Betroffenheit für das Thema weibliche Genitalverstümmelung in Österreich erzeugen.

Seit vielen Jahren unterstützt FGM-Hilfe aus Völkermarkt die Al Baraka Foundation in Burao in Somaliland, dem de facto von Somalia unabhängigen Nordteil Somalias. Mit den Geldern aus Kärnten werden Lehrergehälter in der ABF-Cencig-School bezahlt. Ein Lehrer verdient im Monat rund 100 Dollar brutto für netto - es gibt keine Sozialleistungen. Neben der Schule unterstützt FGM-Hilfe auch das General Hospital Burao finanziell, bezahlt Operationen für besonders schwer betroffene Frauen.

In Kenia und Tansania setzt sich der Verein ebenfalls seit vielen Jahren im Kampf gegen FGM ein und konnte auch da bereits zahlreiche Mädchen vor der Beschneidung bewahren.

Zudem hat der Verein 26 Patenschaften für Mädchen zwischen 5 und 15 Jahren in Somaliland übernommen. Eine Patenschaft kostet jährlich 160 Euro, aufgenommen in das Patenkindprogramm werden Mädchen aus Familien, die das Schulgeld nicht aufbringen können. Die Eltern müssen versprechen, dass ihre Töchter nicht beschnitten werden.

Im Jahr 2014 wurden für den Verein FGM-Hilfe knapp 9.000 Euro gespendet. Der Verein ist seit 2006 berechtigt, dass Österreichische Spendengütesiegel zu führen. Spenden an FGM-Hilfe sind von der Steuer absetzbar.
 
11.01.2016