Ebola: Neuer Fall und Kritik

In Liberias Hauptstadt Monrovia wurden zu früh After-Ebola-Partys gefeiert.

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© European Commission"s Humanitarian Aid and Civil Protection department (ECHO)
20 Tage lang hatte es in Liberia keinen neuen Fall von Ebola gegeben. Die Hoffnungen waren groß, die Krankheit schien besiegt.

Allein in Liberia sind schon mehr als 4.000 Menschen an Ebola gestorben, mehr als in den Nachbarländern Sierra Leone und Guinea. Die nächtliche Ausgangssperre war aufgehoben worden, in der Hauptstadt Monrovia wurden schon After-Ebola-Partys gefeiert.  

Offenbar zu früh. In einem Krankenhaus in Monrovia wurde nun erneut eine Frau positiv auf Ebola getestet. Sie soll sich beim Geschlechtsverkehr mit einem Ebola-Überlebenden infiziert haben. Eine Ansteckung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person ist bis zu drei Monate nach deren Genesung möglich.

"Manche Leute lernen nie. Die Gesundheitsbehörden haben die Ebola-Überlebenden gewarnt, 90 Tage nach ihrer Entlassung keinen Sex zu haben. Warum konnte sie nicht warten oder einfach ein Kondom benutzen?", zitiert die "Neue Zürcher Zeitung" einen aufgebrachten Einwohner von Monrovia.

Ebola hat eine Inkubationszeit von 21 Tage. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt ein Land erst für ebolafrei, wenn die doppelte Zeitspanne - 42 Tage - ohne Neuerkrankung vergehen. Wie zum Beispiel in Nigeria oder Senegal, die wieder ebolafrei sind.
 

Kritik

Ein Jahr nach der offiziellen Bekanntgabe des Ebola-Ausbruchs in Westafrika zog Ärzte ohne Grenzen eine kritische Bilanz. "Die Ebola-Epidemie hat schonungslos offengelegt, wie ineffizient und langsam die internationalen Gesundheits- und Hilfssysteme auf Notfälle reagieren", sagt Joanne Liu, die internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen.

Die Ärzte ohne Grenzen haben in Westafrika im letzten Jahr 5.000 Ebola-Patienten versorgt, ein Viertel aller Erkrankten. 1.300 internationale und 4.000 einheimische Mitarbeiter waren im Einsatz, dennoch mussten wegen Platzmangel immer wieder schwerkranke Patienten abgewiesen werden. "Das hat zu erhitzten Debatten und Spannungen innerhalb der Organisation geführt", sagte Liu.

"Diese Epidemie hat brutal ein kollektives Scheitern aufgezeigt, für das tausende Menschen mit dem Leben bezahlt haben. Die Mängel reichen von den schwachen Gesundheitssystemen in den betroffenen Ländern bis zur Lähmung der Hilfe von internationaler Seite."
 

Projekte

Hier finden Sie Ebola-Projekte, für die Sie spenden können.
25.03.2015