Ebola-Epidemie in Westafrika

Es sind schon mehr als 10.000 Menschen gestorben.

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© Brandon Farley
Es ist ruhig geworden um Ebola. Vor wenigen Monaten war das Thema noch omnipräsent, herrschte eine regelrechte Ebola-Hysterie, schien eine weltweite Ausbreitung nur eine Frage der Zeit. Die ist ausgeblieben. "Wir haben eine Trendwende geschafft, den schlimmsten Fall verhindert", erklärte Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Ebola blieb im Wesentlichen auf Guinea, Liberia und Sierra Leone beschränkt, wobei es in Liberia im März noch kein einzigen Fall einer Neuansteckung mit Ebola gab.

Seit Ausbruch der Seuche vor einem Jahr haben sich in den drei westafrikanischen Ländern offiziell 24.000 Menschen mit Ebola angesteckt, 10.000 von ihnen sind gestorben. Es ist der mit Abstand größte Ebola-Ausbruch, der jemals dokumentiert wurde. Wobei sich "jemals" über nur 39 Jahre erstreckt, 1976 wurde das Virus in der Demokratischen Republik Kongo, in der Nähe des Flusses Ebola, von Wissenschaftlern entdeckt.

Ausgelöst wurde die Epidemie von einem kleinen Buben. Der zweijährige Emile Ouamouno aus dem abgelegenen Dorf Meliandou im Süden Guineas gilt als "Patient Null", als erstes Ebola-Opfer. Er hat sich wohl angesteckt, als er mit Fledermäusen, die in einem hohlen Baum im Dorf hausten, spielte. Emile verstarb im Dezember 2013. Wenig später starb seine vierjährige Schwester, dann seine Großmutter, seine Tante, Ende Jänner seine im vierten Monat schwangere Mutter. Der Vater und drei der fünf Kinder überlebten.

Ebola verbreitete sich rasch im ganzen Dorf, viele glaubten an Hexerei, flohen in Panik aus dem Dorf - und trugen so zur raschen Verbreitung des Ebola-Virus bei. Erst Ende März 2014 wurde Ebola zum ersten Mal offiziell gemeldet. Im August erklärte die WHO Ebola zum internationalen Gesundheitsnotfall.

Ansteckung

Ebola ist ansteckend, aber zum Beispiel weniger ansteckend als eine Grippe, an der in Österreich jährlich rund 1.300 Menschen sterben. Das Ebola-Virus kann im Gegensatz zum Grippe-Virus nicht über die Atemluft übertragen werden, es kann auch nicht wie Malaria durch Moskitos übertragen werden.

Ebola wird über den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Speichel, Urin, Stuhl, Samenflüssigkeit) übertragen, die Krankheitserreger gelangen über Schleimhäute (z.B. über die Augen) oder Wunden in der Haut in den Körper.

Hoch ansteckend sind tote Körper, viele infizierten sich bei den in Westafrika traditionellen Leichenwaschungen. Eine Ansteckung ist auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person bis zu drei Monate nach deren Genesung möglich. Durch Seife, Sonnenlicht oder Trockenheit wird das Ebola-Virus abgetötet.

Einige Hilfsprojekte im Kampf gegen Ebola:

Ärzte ohne Grenzen betreibt in Guinea, Sierra Leone und Liberia insgesamt acht Ebola-Behandlungszentren mit zusammen mehr als 600 Betten. (Details)

Jugend Eine Welt unterstützt in Sierra Leone Kinder, deren Eltern an Ebola gestorben sind und Kinder, die Ebola überlebt haben, aber von ihren Familien verstoßen wurden. (Details)

"Nur das Wissen, wie man sich vor der Ansteckung schützt, kann die Epidemie stoppen und viele weitere Todesfälle verhindern": World Vision schult im Osten Sierra Leones 2.700 Menschen im Umgang mit Ebola, verteilt Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel. (Details)

Damit Ebola erst gar nicht ausbricht, klärt Hope'87 in sieben Dörfern im Süden des Senegals Menschen über Ebola auf. (Details)

Der Entwicklungshilfe verteilt in Liberia Ebola-Schutz-Pakete an Familien. Ein Paket kostet 43 Euro und besteht aus 10 Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel, Wasserreinigungstabletten, Seifen und Kübel. (Details)

UNICEF lieferte bereits über 3.000 Tonnen Hilfsgüter in die von Ebola betroffenen Gebiete Westafrikas. (Details)

Das Rote Kreuz betreibt in Kenema, im östlichen Sierra Leone, ein Ebola-Behandlungszentrum für 60 Patienten. (Details)
13.03.2015