Dürre: Was tun, wenn der Regen ausbleibt?

Längst schon wurde es zur Normalität - die Berichterstattung über Dürren und andere extreme Wetterereignisse. Doch was tun gegen die wiederkehrende Trockenheit, wie sie etwa im östlichen Afrika Millionen Menschenleben bedroht?

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Somaliland, 2012 | Das wiederholte Ausbleiben der Regenzeit im östlichen Afrika verändert die Vegetation und schmälert die Erträge kleinbäuerlicher Familien enorm. © Oxfam East Africa
Mit großer Hoffnung nähert man sich der Regenzeit. Sie würde den langersehnten Niederschlag bringen, der für die Felder so dringend benötigt wird. Doch allmählich wird immer klarer: die Regenzeit bleibt aus, zum wiederholten Mal in Folge.

Die Menschen am Horn von Afrika und auch in weiteren Teilen Ostafrikas leiden seit Jahren unter diesen ausbleibenden Regenfällen. Schon seit 2011, als das Klimaphänomen El Niño die schwerste Dürre seit über 30 Jahren brachte, bleibt die normale Regenzeit in dieser Region regelrecht aus. Die anhaltende Trockenheit zerstört die Saat, Vieh verendet, landwirtschaftliche Erträge bleiben aus. Die Folge sind Millionen Menschen, die an Hunger leiden, deren Existenz und Leben dadurch bedroht ist.
 
Aktuell droht die nächste Dürrekatastrophe, diesmal in Südasien. Ausbleibende Schnee- und Regenfälle im vergangenen Winter gefährden jetzt die Lebensmittelversorgung von rund zwei Millionen Menschen in Afghanistan. Aber auch das benachbarte Pakistan beklagt eine seit Jahresbeginn um rund die Hälfte niedrigere Niederschlagsmenge als gewohnt. Landwirtschaftliche Einbußen bedrohen dabei nicht nur die Versorgung der eigenen 220 Millionen EinwohnerInnen, auch der Export in benachbarte Länder (Getreide, Reis) sowie in die USA, China und Europa (Obst) ist gefährdet.

UNOCHA, das Amt der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten, schätzt den durch die Dürre bedingten Bedarf an Hilfsgeldern für Afghanistan indes auf 117 Millionen US-Dollar. Toby Lanzer, Nothilfekoordinator für Afghanistan, bittet die internationale Gemeinde um "wahre Empathie". Er betont den dringenden Bedarf an "Essen oder Bargeld", denn nur so könne man "den unhaltbaren Hunger, der in rund sechs Monaten zu erwarten ist, noch abwenden".
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Die britische NGO Oxfam ist in weiten Teilen Afrikas aktiv. 2012 unterstützten ihre Hilfsprogramme die rund 18 Millionen Menschen, die in der Sahelzone von Ernährungsunsicherheit bedroht waren. © Pablo Tosco / Oxfam

Veränderung erfordert Adaption

Hilfsprogramme von internationalen Organisationen versprechen Besserung. Während Akuthilfe-Projekte sofortige Unterstützung durch Trinkwasser und Lebensmittel bieten, ermöglichen nachhaltige Ansätze eine langfristige Linderung der Not.

Klar ist: die veränderten Umweltbedingungen erfordern eine Anpassung landwirtschaftlicher Methoden. Hauptbestandteil der Unterstützung müssen also Schulungen sein, zu verbesserter, nachhaltiger Landwirtschaft sowie zu alternativen Einkommensquellen. Aber auch die Verteilung von dürreresistentem Saatgut oder landwirtschaftlichen Nutztieren ist Teil der Hilfsangebote vieler NGOs.

Hilfsprojekte

In Tharparkar, der ärmsten Provinz Pakistans, bedrohen wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen das Leben von Mensch und Tier. Die BewohnerInnen der Region leben vorwiegend von Viehzucht, die Caritas unterstützt die Menschen seit vier Jahren mit der Weitergabe von veterinärmedizinischem Know-How. Dadurch wird die Ernährungssicherheit von 5.100 Menschen gesichert. Mehr ...

Auch Mittelamerika ist immer wieder von schwerer Trockenheit betroffen. Damit die Bevölkerung in drei Departamentos im südlichen Honduras auf künftige Dürreperioden besser vorbereitet ist, ermöglicht die Kindernothilfe den Bau von Getreidesilos und Brunnen. Zudem werden Nothilfemaßnahmen gesetzt. Mehr ...

Ein sogenanntes Haro soll die Lösung für den Wassermangel in einer Gemeinde im Süden Äthiopiens sein. Das durch den Entwicklungshilfeklub finanzierte Wasserrückhaltebecken kann die 5.500 EinwohnerInnen Arda-Ollas bald auch in längeren Trockenperioden mit Wasser versorgen. Mehr ...

Auch viele andere Hilfsorganisationen haben sich der (akuten und nachhaltigen) Unterstützung der von Dürre und anderen Wetterextremen betroffenen Menschen verschrieben und sind dafür stets auf Spenden angewiesen. Weitere Projekte ...
AutorIn:
Lisa Hummel
14.06.2018