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Frauenrechte am Prüfstand

Jede Frau kann darüber bestimmen was mit ihrem Körper passiert, so die Annahme. Doch die Realität sieht leider anders aus.
Weiße Wand mit roter Aufschrift "My Body, my rules"
Etwa jede zweite Frau kann nicht selbst über ihren Körper bestimmen. © pexels / Laker
"Jeder von uns hat ein Recht auf körperliche Autonomie und sollte diesbezüglich eigene Entscheidungen über den Körper treffen können und jeder hat das Recht, dass diese Entscheidungen von allen um uns herum und von der gesamten Gesellschaft unterstützt werden", so das Statement von UNFPA im Weltbevölkerungsbericht 2021.

Doch wie schwierig diese Forderung umzusetzen ist zeigen allein die Schlagzeilen der letzten Monate: Im Jänner sorgten Proteste gegen das Abtreibungsverbot in Polen für internationales Aufsehen, vor wenigen Tagen folgten ähnliche Nachrichten aus Texas. Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan löste weltweit große Bedenken in Bezug auf die Verletzung der Frauenrechte und deren Unterdrückung aus der letzten Regimeperiode aus und auch die Zahl der in Österreich begangenen Frauenmorde stieß eine überfällige Diskussion über die Sicherheit und den Schutz von Frauen an. Die Frauenrechte standen dabei immer im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen, insbesondere auch das Recht der Frau selbst zu entscheiden, was mit ihr und ihrem Körper geschieht.

My body, no choice

Millionen von Frauen weltweit haben kein Mitspracherecht wenn es um ihren Körper geht. Angefangen von Zwangsprostitution, über FGM bis hin zum Abtreibungsverbot entscheiden andere Personen für sie. Das grundlegende Problem: Geschlechtsdiskriminierung.

Laut Untersuchungen der UNFPA, durchgeführt in 57 Ländern in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika, haben nur 55 Prozent der Mädchen und Frauen ein Entscheidungsrecht, was ihre Körperautonomie betrifft. Dies bedeutet, dass etwa jeder zweiten Frau und jedem zweiten Mädchen die Entscheidung verwehrt bleibt, ob und wann sie zum Beispiel medizinische Hilfe in Anspruch nimmt, ob sie verhüten will oder auch ob sie sexuell aktiv sein möchte. Vor allem in Mali, Niger und Senegal ist die Rate mit etwa zehn Prozent Selbstbestimmung durch Frauen erschreckend niedrig. Wehren sich Betroffene gegen eine Fremdbestimmung werden sie oft mit Gewalt, Missachtung und gesellschaftlichem Ausschluss konfrontiert.

Einer Studie der United Nations aus 2020 hält zudem fest, dass Frauen und Mädchen im Durchschnitt nur 75 Prozent der gesetzlichen Rechte von Männern besitzen, obwohl die verfassungsrechtlich garantierte Gleichstellung der Geschlechter in vielen Ländern festgeschrieben ist, so der Bericht. Lohngefälle, Gewalt gegen Frauen und das Fehlen von umfassenden reproduktiven Gesundheitsdiensten sind nur Beispiele für Auswirkungen dahingehend.
Männer müssen zu Verbündeten werden. Sie müssen sich zum Rückzug von Privilegien- und Dominanzmustern, welche die Körperautonomie untergraben, verpflichten.
- UNFPA, Weltbevölkerungsbericht 2021
Männer halten ein Plakat mit der Aufschrift "Men of equality respect womens equality"
Um einen gesellschaftlichen Wandel zu erwirken müssen auch männliche Mitmenschen für Frauenrechte eintreten. © unsplash / Samantha Sophia
Da es sich bei der Geschlechterdiskriminierung um ein gesellschaftlich verwurzeltes Problem handelt, kann das Ungleichgewicht auch nur durch die Zusammenarbeit aller an der Gesellschaft teilnehmenden Personen erreicht werden. Angefangen bei Aufklärungsarbeit in Schulen und Gemeinden, bis hin zur Vermittlung und Durchsetzung von Frauenrechten - auch Männer müssen aktiv miteinbezogen werden, um sie als Verbündete und Kämpfer für die Rechte der Mädchen und Frauen zu gewinnen. Denn nur wenn auch Väter, Ehemänner, Partner, männliche Freunde und Mitbürger etc. für die Rechte der Frauen und Mädchen eintreten, kann ein struktureller Wandel geschehen.

NGOs im Einsatz für Frauenrechte

Eine Vielzahl von österreichischen NGOs setzen sich für die Rechte von Frauen und Mädchen ein und unterstützen Betroffene von z.B. Gewalt und Diskriminierung. Folgend einige Beispiele:

Franz Hilf setzt sich mit verschiedenen Aktivitäten für die Selbstständigkeit, den Schutz und die Förderung von Frauen und Mädchen ein. Zum Projekt.

Der Verein Footprint engagiert sich für Frauen, die von Menschenhandel und Gewalt betroffen sind mithilfe von Sozial- und Rechtsberatung, sowie Bewegungs- und Deutschkursen. Zum Projekt.

Projekt Albanien setzt sich für die Rechte der Frau im armutsgeprägten Nordalbanien ein. Zum Projekt.

Kindernothilfe organisiert 125 Selbsthilfegruppen für Frauen und deren Kinder in Lahore, Pakistan. Zum Projekt.

Bruder und Schwester in Not - Diözese Innsbruck bietet von Gewalt betroffenen Frauen in Cochabamba, Bolivien, einen sicheren Zufluchtsort. Zum Projekt.

Die Desert Flower Foundation führt Betreuungszentren für Opfer weiblicher Genitalverstümmelung in Berlin, Stockholm, Paris und Amsterdam. Zum Projekt.

Weitere Projektbeispiele zu den Themen Frauenrechte, Genitalverstümmelung, Gewalt, Familienplanung und Schwangere finden sich unter der Kategorie Frauen in unserer Projektliste.
 

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