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Basisbildung als Grundstein der Entwicklung

Die Alphabetisierung ist das wichtigste Instrument um die menschliche Entwicklung und Gleichberechtigung zu fördern, sowie Armut zu eliminieren.
Buchstaben auf Holzplatten
Schon vor der Corona-Pandemie fehlten 773 Millionen Menschen die Grundkenntnisse zu Lese- und Schreibfähigkeiten. © Pexels / Pixabay
Straßennamen oder Anleitungen lesen, Formulare ausfüllen, simple Rechnungen lösen - die Grundlage um all das machen zu können, ist lesen, schreiben und rechnen zu können. Eine Selbstverständlichkeit, würde man glauben. Zumindest hierzulande. Denn Alphabetisierung, welche unter den Begriff Basisbildung fällt, zählt als Menschenrecht. Unter Basisbildung ist im Allgemeinen eine Grundbildung gemeint, welche Kompetenzen vermittelt, die in der Gesellschaft, im privaten und beruflichen Umfeld und auch für die eigene Entwicklung notwendig sind. Daher sollten alle Personen, egal unter anderem welcher Abstammung oder welchen Geschlechts, Zugang zu dieser Bildung haben.

In Österreich wird die Basisbildung mithilfe der Schulpflicht geregelt. Mit etwa sechs Jahren steigen Mädchen und Buben in das Schulsystem ein und müssen mindestens neun Jahre Unterricht erhalten. In den Bildungseinrichtungen erlernen sie die wichtigsten Fertigkeiten und noch mehr, um als Erwachsene ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können.

Doch wie wenig die universelle Basisbildung in Entwicklungsländern umgesetzt ist, zeigen statistische Werte: schon vor der Corona-Pandemie fehlten 773 Millionen Jugendlichen und Erwachsenen grundlegende Fähigkeiten. Aufgrund der weltweiten Auswirkungen, die das Virus mit sich brachte, dürfte die Anzahl in den letzten zwei Jahren nochmals stark gestiegen sein. Schulschließungen, der Mangel an Digitalisierung und der Zugang dazu, als auch das Fehlen der notwendigen Ausrüstung, um Distance Learning und Homeschooling durchführen zu können, versetzte vielen SchülerInnen und Lernenden einen Rückschlag. Ob das Defizit wieder aufzuholen ist, bleibt fraglich.
Nach der Pandemie werden fast 24 Millionen Lernende möglicherweise nie mehr zur formalen Bildung zurückkehren, von denen voraussichtlich 11 Millionen Mädchen und junge Frauen sind. - UNESCO
Das Ziel der Globalen Nachhaltigkeitsagenda (SDG 4 "Hohe Bildung") bis zum Jahr 2030 "für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern", rückt damit in weite Ferne.
Mädchen in der Schule
244 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren können nicht in die Schule gehen. © Pexels / Pragyan Bezbaruah

Dem Unterricht fernbleiben

Weitere Gründe warum die Anzahl der Menschen, denen es an grundlegender Basisbildung fehlt, stets hoch ist, sind etwa Geschlechterdiskriminierung und Armut. Allein in Afghanistan zeigten die Entwicklungen seit der Machtübernahme der Taliban vor rund einem Jahr, welche Rückschritte in der Gleichstellung der Geschlechter innerhalb kürzester Zeit passieren können. Frauen, so die Überzeugung der islamistischen Bewegung im Land, sollen nach der sechsten Schulstufe - daher mit etwa 11 Jahren - keinen Unterricht mehr erhalten. Sowohl Schulen als auch Universitäten und andere Bildungseinrichtungen dürfen vom weiblichen Geschlecht demnach nicht besucht werden.

Auch Armut ist ein gravierender Faktor in Zusammenhang mit Alphabetisierung beziehungsweise Bildung. Reicht das Einkommen der Eltern nicht aus, um die Familie zu ernähren und Kosten für Wasser, Strom oder Unterkunft zu begleichen, müssen ihre Kinder arbeiten gehen. Schon im frühen Alter helfen die jungen Mädchen und Buben bei schweren Arbeiten aus, anstatt lesen, schreiben und rechnen zu lernen. In beispielsweise Indien sollen schätzungsweise 12 Millionen Minderjährige von Kinderarbeit betroffen sein.

Krieg, Flucht, Migration, Schichtzugehörigkeit - die Gründe, warum Menschen weltweit keine Basisbildung erhalten sind vielfältig. "Der Welttag der Alphabetisierung am 8. September erinnert jedes Jahr daran, dass es in vielen Ländern immer noch ein Privileg ist, lesen und schreiben zu können", betont UNESCO den Aktionstag. Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur betont zudem die Relevanz von Alphabetisierung. "Durch ihren 'Multiplikatoreffekt' führt Alphabetisierung zur Reduktion von Armut, zur Senkung der Kindersterblichkeit, zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums und zur Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter. In diesem Sinne sind Basisbildung und Alphabetisierung Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung, Frieden und Demokratie".

Alphabetisierungsprojekte von österreichischen Hilfsorganisationen

Viele der österreichischen NGOs und Vereine setzen sich für die Alphabetisierung weltweit ein. Neben Bildungsinitiativen ist auch Aufklärung über den Nutzen und die Vorteile von Bildung ein wichtiger Aspekt in der Projektarbeit. Zu Alphabetisierungs-Projekten.

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