Die Johanniter

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© Walter Grösel

Als reine Rettungsorganisation gegründet, leisten die Johanniter in Österreich heute auch Sanitätsdienste, Krankenpflege, Katastrophenhilfe und Erste-Hilfe-Ausbildung.

Johanniter und Malteser teilen sich das Logo – das weiße, achtspitzige Kreuz – und die Geschichte. Beide gehen auf den um 1048 entstandenen Johanniterorden zurück, der 1099 in Jerusalem ein Hospital zur Pflege armer und kranker Pilger gründete.

Der Unterschied zwischen Johannitern und Maltesern: Die Johanniter sind evangelisch, die Malteser, benannt nach dem jahrhundertelangen Ordenssitz Malta, katholisch.

1952 wurde in Deutschland die Johanniter-Unfall-Hilfe gegründet, Anlass war die steigende Opferzahl im Straßenverkehr. 1974 folgte die Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich, mit einem Krankentransportwagen als Einstandsgeschenk der deutschen Johanniter und einer Hand voll Ehrenamtlicher. Als reine Rettungsorganisation gegründet, leisten die Johanniter in Österreich heute auch Sanitätsdienste, Krankenpflege, Katastrophenhilfe und Erste-Hilfe-Ausbildung.

Im katholisch geprägten Österreich betreiben die Johanniter fünf Standorte: Wien und Innsbruck, Orth an der Donau und Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich sowie Patergassen, eine Ortschaft in der Kärntner Gemeinde Reichenau.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat in Österreich im Jahr 2017 exakt 979 MitarbeiterInnen – 584 von ihnen sind ehrenamtlich tätig, 151 Zivildiener und 244 Hauptberufliche.

Pro Jahr werden rund 170.000 Einsätze gefahren, 50% davon Krankentransporte - ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren, der vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Krankenkassen in Wien und Niederösterreich vermehrt auf anderweitige, kostengünstigere Fahrdienste zurückgreifen. Um die Einschnitte im Bereich der Krankentransporte zu kompensieren, will sich die Johanniter-Unfall-Hilfe in Zukunft im Bereich der Sanitäts- und Ambulanzdienste sowie in der Obdachlosenhilfe stärker einsetzen.

Im Jahr 2017 wurden laut FVA 1,9 Millionen Euro für die Johanniter gespendet - beinahe ein Drittel weniger als im Vorjahr.


*Infobox: Die Zahlen wurden dem Spendenbericht des Fundrasing Verband Austria (FVA) entnommen, da der Verein selbst keine Informationen zu den jährlichen Spendeneinnahmen (z.B. Finanzbericht) zur Verfügung stellt.
11.12.2018