Diakonie

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© Walter Grösel

Der Sozialverband der evangelischen Kirchen in Österreich betreut Einrichtungen für hilfsbedürftige Menschen im Inland, ist aber ebenso in der Auslandshilfe und Entwicklungszusammenarbeit aktiv.

Der Name Diakonie leitet sich vom altgriechischen diakonia, "Dienst", ab. An rund 600 Standorten in Österreich betreut die Wohlfahrtsorganisation Menschen im Alter, Kranke, Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche, sowie Menschen, die aufgrund von Armut und/oder sozialen Krisen Hilfe benötigen. Darüber hinaus ist die Diakonie Trägerin von Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen für Sozialberufe.

Der Diakonie Flüchtlingsdienst versorgt Geflüchtete in Österreich. Über ihre Mitgliedsorganisation Brot für die Welt führt die Diakonie langfristige EZA-Projekte, während sie mit der Diakonie Katastrophenhilfe bei humanitären Notlagen oder Naturkatastrophen Soforthilfe leistet. Als weltweit aktive Hilfsorganisation gehört die Diakonie auch ACT Alliance an, einem internationalen kirchlichen Netzwerk für humanitäre Hilfe. Vor Ort kooperien die Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt mit lokalen Partnern von ACT Alliance.

Die Diakonie bezieht regelmäßig öffentlich Position zu sozialpolitischen Themen und setzt sich für den Schutz und die Rechte von Menschen in Not ein. Seit 1994 ist der Pfarrer Michael Chalupka Direktor des Dachverbandes Diakonie Österreich.

Anfänge und heutiger Aufbau

Eine besondere Rolle spielt für die österreichische Diakonie die Kleinstadt Gallneukirchen. Hier, im unteren Mühlviertel, wurde 1874 von Pfarrer Ludwig Schwarz der "Verein für Innere Mission" gegründet. Aus diesem ging das Evangelische Diakoniewerk Gallneukirchen hervor, das älteste und bis heute größte Diakonie-Mitglied in Österreich. Dabei ist Gallneukirchen nicht einmal ein Zentrum des evangelischen Glaubens: Bei der Volkszählung 2001 bezeichneten sich nur 312 GallneukirchnerInnen (5,3 %) als protestantisch, 82,2 % als katholisch.

In Kärnten und teilweise der Steiermark werden die diakonischen Einrichtungen von der Diakonie de La Tour geführt. Gräfin Elvine de La Tour – sie entstammte einer der wohlhabendsten protestantischen Dynastien der Donaumonarchie, der Familie Ritter – setzte sich zeitlebens für Arme ein, weshalb sie 1916 ihr Erbe der Evangelischen Stiftung de La Tour übertrug.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg schlossen sich immer mehr evangelische Einrichtungen der österreichweiten "Inneren Mission" an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie im Jahr 1968 als Diakonie neu gegründet.

Heute zählt der Dachverband Diakonie Österreich 31 Mitgliedsorganisationen mit rund 8.000 MitarbeiterInnen (knapp drei Viertel sind Frauen). Die Mitglieder sind dezentral organisiert und teilweise eigenständige Gesellschaften oder Vereine. Zu ihnen zählen z.B.: die Johanniter-Unfall-Hilfe und die Heilsarmee. Die Diakonie ist Teil der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG), zu der auch Caritas, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe gehören.

Spendeneinnahmen

Durch Spenden, öffentliche Kostenersätze, Subventionen, Refundierungen und private Leistungsentgelte nahm die Diakonie und ihre Mitglieder im Jahr 2016 rund 398 Millionen Euro ein. Den größten Teil der Ausgaben (65 %) machen die Gehälter der MitarbeiterInnen aus.

Alle Wohlfahrtsorganisationen, die dem Netzwerk der Diakonie angehören, führen ein eigenes Spendenkonto. Die Trägerin des gemeinsamen Spendegütesiegels von Diakonie, Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt ist die Diakonie Austria gemeinnützige GmbH. Das Evangelische Diakoniewerk Gallneukirchen, der Diakonie Flüchtlingsdienst und die Diakonie de La Tour verfügen über ein eigenes Spendengütesiegel. Der Dachverband Diakonie Österreich war zudem einer der Initiatoren des Spendengütesiegels.

Auf spendeninfo.at können Sie sich über die diakonischen Projekte im Bereich Behindertenarbeit, Hilfe für Kinder und Jugendliche, Altenarbeit und Sozialhilfe in Österreich informieren. Weil diese je nach Region von unterschiedlichen Mitgliedsorganisationen angeboten werden, sind sie auf spendeninfo.at allgemein unter Diakonie zu finden. Außerdem stellt die Plattform Hilfsprojekte des Diakonie Flüchtlingsdienstes, des Evangelischen Hilfswerk Gallneukirchen, der Diakonie Katastrophenhilfe und von Brot für die Welt vor.

Die Zahlen der Kurve (rechts oben) fassen die Spendeneinnahmen der Mitglieder mit Spendengütesiegel zusammen, da diese auch die meisten Spendengelder erhalten. Spenden sind von der Steuer absetzbar.
08.06.2017