Der Kampf gegen Ebola

Seit sechs Monaten steigen die bestätigten Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo, Zentralafrika. Es ist der zweitschwerste Ausbruch in der Geschichte dieser gefährlichen Viruserkrankung. Hilfsorganisationen, Staat und Bevölkerung stehen vor der Herausforderung, die Kontrolle über die Krankheit zu erlangen – denn über 60 Prozent der Infektionen endeten bereits tödlich.

Drei Kinder blicken auf ein Plakat mit Hinweisen zur Vermeidung einer Ebolavirus-Infektion.Drei Kinder blicken auf ein Plakat mit Hinweisen zur Vermeidung einer Ebolavirus-Infektion.Drei Kinder blicken auf ein Plakat mit Hinweisen zur Vermeidung einer Ebolavirus-Infektion.Drei Kinder blicken auf ein Plakat mit Hinweisen zur Vermeidung einer Ebolavirus-Infektion.[1549278069587987.jpg]
Die Verbreitung des Ebola-Virus soll durch die Aufklärung der Bevölkerung über Präventions- und Hygienemaßnahmen gestoppt werden. © UNICEF / Mark Naftalin
Ebola. Ein Virus, der bei der größten Epidemie in den Jahren 2014-2016 im westafrikanischen Guinea über 11.000 Menschen das Leben gekostet hat, versetzt seit August 2018 nun die Demokratische Republik Kongo in einen Ausnahmezustand. Staatliche Einrichtungen, NGOs wie auch die Zivilgesellschaft und Kirchen versuchen seit der Bekanntgabe des Ausbruchs, infizierten Personen und deren Familien zu helfen, um eine weitere Ausweitung zu verhindern und die Epidemie zu stoppen. Aufgrund der einfachen Übertragung des Virus durch Körperflüssigkeiten gilt es, die Kranken in Isolation zu behandeln und das Hygienebewusstsein und richtige Verhalten den Infizierten gegenüber in der Bevölkerung zu schärfen. Die Einhaltung der Präventionsmaßnahmen kann die Ansteckung vermeiden und die Verbreitung des Virus aufhalten. In den letzten Monaten halten Aufzeichnungen bestätigte Fälle von 785 Kranken fest, darunter 30 Prozent Kinder und über 484 Tote. Fallzahl steigend.

Symptome lindern

Hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall, innere und äußere Blutungen. Die Symptome des Virus sind vielseitig und gefährlich. Nur über eine Blutabnahme kann die Erkrankung, welche mit ihren anfänglichen Auswirkungen Malaria oder auch der Grippe ähnelt, diagnostiziert werden. Und erst dann, wenn die ersten Symptome schon eingetroffen sind. Aufgrund des aktuellen medizinischen Statuts, der nur Testreihen von Impfungen gegen die Krankheit aufzeigt, versuchen die Ärzte vor Ort vor allem eines: Symptome lindern. Stark dehydrierte PatientInnen werden mit Infusionen und Salzlösungen therapiert. Maßnahmen, die schon in anderen Teilen Westafrikas bei Ebola-Erkrankungen Erfolg gezeigt haben, dokumentiert die vor Ort aktive Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen - Médecins Sans Frontières (MSF).
Zwei Frauen in Spitalskleidung stehen vor einem Isolationszelt  während darin ein mit Ebola Infizierter behandelt wird.Zwei Frauen in Spitalskleidung stehen vor einem Isolationszelt  während darin ein mit Ebola Infizierter behandelt wird.Zwei Frauen in Spitalskleidung stehen vor einem Isolationszelt  während darin ein mit Ebola Infizierter behandelt wird.Zwei Frauen in Spitalskleidung stehen vor einem Isolationszelt  während darin ein mit Ebola Infizierter behandelt wird.[1549278538285325.jpg]
Schutzkleidung und Isolationszelte sollen bei der Behandlung von Infizierten vor Ansteckung schützen. © UNICEF / Guy Hubbard

Der Schutz vor Ansteckung

Um die betroffenen Personen versorgen zu können, wurden spezielle Behandlungszentren in den Ballungsräumen errichtet. Da eine Ansteckungsgefahr vor allem bei direkten Kontakt mit Kranken sehr hoch ist, gilt es jedoch höchste Sicherheitsmaßnahmen und strenge Vorschriften einzuhalten. In Teams von je zwei Personen hilft medizinisch geschultes Personal in isolierten Bereichen den Menschen und überwacht sowohl die Infizierten, als auch alle Kontaktpersonen. Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und auch die ständige Kontrolle der Teammitglieder gegenseitig, etwa ob die Kleidung richtig sitzt, sollen die Ansteckungsgefahr bei null Prozent halten. Dennoch setzt sich jeder Arzt, jedes medizinische Personal der täglichen Gefahr der Ansteckung aus. Vor allem außerhalb der Behandlungszentren.

Die Ansteckungsgefahr in unkontrollierten Bereichen ist sehr groß. UNICEF konzentriert sich daher bei ihrer Arbeit in der DRK vor allem auf die Informationsverbreitung von Präventionsmaßnahmen und die Bereitstellung von Trinkwasser für mehr als 1,3 Millionen Menschen an öffentlichen Orten, Gesundheitszentren und Schulen. Schulungen von LehrerInnen und die Aufklärung von SchülerInnen und Familien sollen die Bevölkerung dabei unterstützen, den Virus zu bekämpfen. Zudem bietet die Kinderrechtsorganisation betroffenen Familien und vor allem auch Waisenkindern, die aufgrund der aktuellen Epidemie ihre Eltern verloren haben, Hilfe an.

"Unsere Teams in Mangina, Beni, Oicha, Komanda, Butembo und Lubero arbeiten unermüdlich an diesem vielschichtigen Ansatz, um den Ebola-Ausbruch so schnell wie möglich zu stoppen und betroffenen Kindern und Familien zu helfen", betont Dr. Rotigliano UNICEF Repräsentant in der DRK. Die richtige Versorgung, psychosoziale Unterstützung und Beobachtung der Kontaktpersonen sind ausschlaggebend, um rechtzeitig zu handeln. Ein weiterer Teilbereich der Hilfe von UNICEF ist zudem der Schutz von Kindern in Schulen und die Ernährungsversorgung von Behandlungszentren.

Unruhen und Zerstörung erschweren Arbeit

Mit der Vorgehensweise versuchen die Hilfsorganisationen die Kontrolle über den Ebola-Ausbruch zu bekommen und einen Widerstand gegen die Krankheit zu leisten. Die Unruhen aufgrund der Präsidentschaftswahl, einhergehende Proteste und die Zerstörung mehrerer Gesundheitszentren vor allem in der Stadt Beni, welche 800.000 EinwohnerInnen zählt und vom Krankheitserreger betroffen ist, erschwert die Notversorgung vor Ort jedoch. "In dieser Situation haben die Menschen oft keine andere Wahl als medizinische Hilfe in Gesundheitszentren in Anspruch zu nehmen, die keine geeigneten diagnostischen Maßnahmen oder Infektionsvorbeugung und -kontrolle durchführen, dadurch wird das Risiko der Ausbreitung größer", erläutert Laurence Sailly von Ärzte ohne Grenzen.

Um in Notsituationen bestmögliche Hilfe leisten zu können und eine schnelle Reaktion zu gewährleisten, sind die agierenden Hilfsorganisationen auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Nur durch ihre unermüdliche Arbeit kann die Epidemie gestoppt werden. Spenden unterstützen sie dabei, der Krankheit tagtäglich den Kampf anzusagen.
AutorIn:
Monika Knasmillner
05.02.2019