Den Welthunger besiegen

Jeder neunte Mensch weltweit ist von Hunger betroffen. Zum Welternährungstag am 16. Oktober soll dem Welthunger der Kampf angesagt werden.

Eine Frau steht auf einem Feld und hält drei Maiskolben in der Hand.Eine Frau steht auf einem Feld und hält drei Maiskolben in der Hand.Eine Frau steht auf einem Feld und hält drei Maiskolben in der Hand.Eine Frau steht auf einem Feld und hält drei Maiskolben in der Hand.[1539605854996170.jpg]
Die Ressourcen würden bei weitem ausreichen, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Dennoch ist jeder neunte Mensch weltweit von Hunger betroffen. © Pablo Tosco, Oxfam / flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0)
Über 800 Millionen Menschen sind von Hunger betroffen. Das sind rund 11 % der Weltbevölkerung oder auch jeder neunte Mensch weltweit. In etwa zwei Milliarden leiden unter Mangelernährung, alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Mangel- und Unterernährung. Und das alles obwohl die Ressourcen grundsätzlich ausreichen, um die Weltbevölkerung zu ernähren, wie ExpertInnen postulieren.

Das Problem liegt bekanntermaßen an der Verteilung, am Zugang zu diesen Ressourcen. Das paradoxe daran ist, dass es jenen Menschen, die den Ressourcen grundsätzlich am nächsten stehen, am meisten fehlt: die Mehrheit der hungernden Menschen lebt in ländlichen Gebieten, wobei es vor allem die Kleinbauern und -bäuerinnen sind, die am häufigsten von Hunger betroffen sind.

Akuter, chronischer, verborgener Hunger

Den globalen Hunger gilt es dabei in drei Kategorien zu unterteilen. Es ist der akute Hunger, der gehäuft in Krisen- und Katastrophengebieten auftritt. Er ist die extremste Form und trifft nicht selten jene Menschen, die bereits zuvor unter chronischem Hunger leiden. Der chronische Hunger ist hingegen die am weitesten verbreitete Form. Er trifft meist von Armut betroffene Menschen, die keinen Zugang zu gesunder Ernährung, sauberem Wasser oder Gesundheitsversorgung haben. Der verborgene Hunger ist schließlich jene Variante, die am ehesten auch in unseren Breitegraden in Erscheinung tritt. Der hier gemeinte oft chronische Nährstoffmangel betrifft rund zwei Milliarden Menschen weltweit. Er kann kindliche Fehlentwicklungen oder schwere Krankheiten bedingen, die nicht selten auch das Sterblichkeitsrisiko erhöhen.

Gemeinsam haben diese Formen des Hungers vor allem eines: sie betreffen die Schwächsten. Ein Großteil der Hungernden lebt wenig überraschend in Regionen des globalen Südens (Subsaharaafrika, Südasiens). Es sind jene Länder, die sich am freien Markt nur schwer gegen die westliche, wirtschaftsstarke Konkurrenz durchsetzen können.
Zum Welternährungstag 2018 ruft die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation dazu auf, sofort zu handeln, um den Hunger bis 2030 besiegen zu können. © Food and Agriculture Organization of the United Nations

#ZeroHunger bis 2030

Also was tun gegen diese angeblich vermeidbare Katastrophe? Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) strebt die Beseitigung des Welthungers bis zum Jahr 2030 an – als eines der sogenannten SDGs, der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Entgegen dieser habe sich dich globale Ernährungslage im vergangenen Jahr jedoch erneut verschlechtert, wie der Welthunger-Index 2018 (WHI) verdeutlicht. Der WHI, der die Situation in 119 Ländern analysiert, zeigt, dass 2017 um 17 Millionen Menschen mehr hungern, als im Vorjahr.

Um mit der Beseitigung des Welthungers letztlich ihr wichtigstes Vorhaben zu verwirklichen, konkretisiert die FAO die direkten Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Akteure wie Regierungen, Unternehmen, LandwirtInnen, aber auch Privatpersonen. Jede und jeder Einzelne könne sich demnach beteiligen, indem drei einfache Maßnahmen berücksichtigt würden: ein bewusster und nicht verschwenderischer Umgang mit Lebensmitteln, eine nährstoffreiche und bewusst nachhaltige Ernährung sowie die Verbreitung dieser Agenden im persönlichen Umkreis. Das Fazit zum Welternährungstag laute demnach: Jeder kann etwas beisteuern, um den Welthunger zu bekämpfen.

Spenden gegen den Hunger

Als einen seiner Schwerpunkte unterstützt der Entwicklungshilfeklub weltweit selbstversorgende LandwirtInnen durch einen nachhaltigen Ausbau der Erträge - so auch auf den Philippinen. 600 kleinbäuerliche Familien im Süden des Inselstaates werden durch Saatgut und Landwirtschaftsschulungen unterstützt. Zum Projekt...

Die Dreikönigsaktion unterstützt durch sein aktuelles Projekt Bauernfamilien in Tansania durch zahlreiche nachhaltige Aktivitäten. Da der Klimawandel zu immer ausgeprägteren Dürreperioden führt, sind die LandwirtInnen auf neue Anbaumethoden angewiesen, um ihre Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Zum Projekt...

Mit ihrer "Hungerhilfe" ist die Caritas mit über 50 Projekten weltweit aktiv. Ziele sind etwa die Vermittlung verbesserter Anbaumethoden, Schulungen zu Lagerung und Vermarktung der Erträge sowie die Verteilung von Nutztier und Saatgut. Dadurch wird rund 240.000 hungernden Menschen weltweit geholfen. Zum Projekt...

Das Projekt von Hilfswerk International setzt auf die direkte Unterstützung der von Hunger betroffenen Kinder in der Region Chimanimani. Insgesamt 6.050 Kinder an elf Schulen im Osten Simbabwes sollen von dem Schulspeisungsprogramm profitieren, das aus zwei nahrhaften Mahlzeiten am Tag besteht. Zum Projekt...

Die Wiener Tafel bietet schließlich eine Möglichkeit, den Welthunger durch einen bewussten und nicht verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln zu bekämpfen. Die NGO rettet noch genießbare Lebensmittel vor dem Müll und stellt diese Bedürfigen zur Verfügung. Zum Projekt...
AutorIn:
Lisa Hummel
15.10.2018