Aussätzigen-Hilfswerk Österreich

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© Walter Grösel

Bekämpft Armutskrankheiten wie Lepra in Entwicklungsländern.

Lepra. Ein emotional besetztes Wort, ein Wort, das grauenvolle Bilder im Kopf erzeugen kann. In Europa ist Lepra heute praktisch ausgerottet, nur noch in Witzen enthalten. In anderen Teilen der Welt ist Lepra dagegen noch eine reale Bedrohung.

Dass Leprakranke noch immer in Leprakolonien, in Leprosorien, weggesperrt werden, ist auch eine Folge verfehlter Entwicklungshilfe:

"Notwendige Umbauten der Gesundheitssysteme werden jedoch oft verhindert, weil es vergleichsweise leicht ist, mit Bildern aus Leprosorien Almosen zu sammeln", kritisiert das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich und stellt sich die Frage: "Kann das, was programmatisch sinnvoll ist, am Spendenmarkt erfolgreich beworben werden?"

Leprosorien oder Lepradörfer werden vom Aussätzigen-Hilfswerk Österreich jedenfalls nicht finanziert, weil sie in vielen Fällen Inklusion verhindern und Ausgrenzung verlängern. Stattdessen unterstützt das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich zum Beispiel den Bau einer Fachklinik für Dermatologie in Jemen: "Das gibt Leprakranken eine neue Perspektive. Inmitten von Staatszerfall und Krieg."

Lepra ist nur eine der vergessenen Armutskrankheiten. Die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, listet insgesamt 17 "vernachlässigte tropische Krankheiten", die in reichen Ländern selten geworden sind und deshalb vernachlässigt werden. Neben Lepra z. B. Tollwut, Dengue-Fieber oder Drakunkulose.

Das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich bekämpft nicht nur vergessene Armutskrankheiten, es engagiert sich auch gegen die großen "Killer", ist zum Beispiel Mitglied im UN-Netzwerk gegen Tuberkulose, der "Stop-TB-Partnerschaft".

Das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Entstanden ist die Organisation 1958 in der Bregenzer Pfarre St. Kolumban. Bewegt von einer Informationsschau über Leprakranke bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel startete der Vorarlberger Priester Albert Holenstein eine Initiative zur Unterstützung Leprakranker in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Was als Initiative der Pfarre St. Kolumban in Bregenz begann, war später jahrzehntelang Teil des Vorarlberger Ablegers des päpstlichen Missionswerks missio. 2013 kam es zur Trennung von missio, das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich wurde als kirchliche Stiftung der Diözese Feldkirch neu gegründet.

Mit der strukturellen Veränderung ging eine inhaltliche einher. Es werden keine Sachspenden mehr gesammelt, statt Kinderpatenschaften werden Ausbildungspatenschaften im Gesundheitsbereich angeboten. Geographisch konzentriert sich die Hilfe nun auf Ostafrika und angrenzende Gebiete, konkret auf die Länder Uganda, Tansania und Jemen.

Spenden an das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich sind von der Steuer absetzbar, die Stiftung ist berechtigt, das Österreichische Spendengütesiegel zu tragen.
06.04.2017