Vom Hilfs- zum Facharbeiter

Die Abendschule "Colegio Técnico Nocturno Carlos Crespi" der Salesianer Don Bosco ermöglicht dies über 200 Jugendlichen.

Der Projektort ist Cuenca, die drittgrößte Stadt Ecuadors. Auffällig viele Menschen aus der Gegend versuchen aber ihr Glück in den Vereinigten Staaten oder Europa, im Vergleich zum Rest des Landes ist hier Emigration überproportional vorhanden.

Dieses Projekt von Don Bosco und Jugend Eine Welt versucht den Jugendlichen vor Ort eine bessere Perspektive zu bieten. Die Zielgruppe sind 235 Jugendliche, die ihren Schulbesuch abbrechen mussten. Um das Einkommen ihrer Familien aufzubessern, müssen viele arbeiten. Ohne Ausbildung verdienen sie aber mit diversen Hilfsjobs bis zu maximal 80 Euro im Monat.

Die Abendschule "Colegio Técnico Nocturno Carlos Crespi" bietet ihnen die Möglichkeit, eine Ausbildung zu erhalten. Ehemalige Zöglinge diverser Don Bosco-Einrichtungen gründeten 1972 diese Schule. Bis heute wird sie ehrenamtlich betrieben.

Unterrichtet wird unter der Woche am Abend und am Samstag. Die technische Ausbildung in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Industrie und Handel & Vertrieb dauert jeweils sechs Jahre.

Aufgrund der großen Nachfrage, müssen derzeit viele Interessenten abgewiesen werden, es herrscht absoluter Platzmangel. Im Rahmen des Projekts soll eine neue Werkstatt inklusive der notwendigen Werkzeuge und Maschinen errichtet werden, wodurch wieder mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz erhalten. Zusätzlich ist der Ankauf moderner Computer und eine Fortbildung des Lehrpersonals geplant.

Die Abendschule ist nach Pater Crespi benannt. Der Salesianer-Pater wirkte ein halbes Jahrhundert in Cuenca. Er sammelte als erster in der Region Spenden für die Armen, wirkte unter anderem als Lehrer, Musiker und Dirigent, gründete sogar das Orchester der Stadt. Zu Weihnachten verschenkte er zum Beispiel Süßigkeiten an Kinder. Bis heute ist der 1982 verstorbene Pater in der gesamten Region unvergessen.
23.08.2016